Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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praMschen Anwendung auf isr^ derliche Interpretation zu rechtfertigen suchte, so ist eben hiermit die Unantastbarkeit der Schrift ausgesprochen. Um aber ein Berechtigungsprincip für Reformen im ausgedehnteren Maaße zu finden, d. h. auch für solche, die die klaren, einer zweifelhaften Interpretation ausschließenden Sckristbestimmungen berühren, wurde ein anderes Princip herbeigeholt, das auch die weitgehendsten Reformen zu rechtfertigen angethan war. Dieses Princip tritt namentlich in den Schriften Holvheims mit mehr oder minderer Klarheit hervor. Man wellte nämlich in den geschichtlichen Thatsachen auf israelitischreligiösem Gebiete göttliche Offenbarungen erkennen und Philosophie ungefähr also: Der Tempel und der damit verbundene Qpfer-^md^PriDerdien^ einen wesentlichen Theil des mosaischen Ceremonialgesetzes; durch „Gottes Walten in der Geschichte sind die sichtbaren Stätten solchen Dienstes dem Untergang geweiht und preisgegeben worden." Gott hat also durch eine geschichtliche Thatsache, so zu sagen, mit eigner Hand Bresche in das Ceremonialgesetz gelegt und dem Judenthume dadurch die Andeutung zugeflüstert, daß bei andern Bestim- —mungen ^eS Ceremonialgesetzes, „wo der innere Grund der Institution und deren organischer Zusammenhang mit dem Leben, wie dies bei den Speisegesetzen der Fall ist, verloren , unwiederbringlich verloren gegangen ist, da hat die Geschichte daS Todesurtheil über sie ausgesprochen." (S. Holdheims „Moses Mendelsohn :c. Seite 69 ff.) Vor Allem wollen wir bemerken, daß der Gedanke, in geschichtlichen Thatsachen Offenbarungen Gottes zu erkennen, fast in derselben Weise und zu demselben praktischen Zwecke, wie bei Hold heim, auf einem Gebiete ausgesprochen ist, auf welchem man ihn am Wenigsten dermuthet, nämlich in Talmud selbst. In Trakt. ^bo6a sars F.!8 s. heißt eS also: p^-ln p xnn XOOp p 'v?""ipin M ONMI jQ 1? NQ1XV!N1' nnx X 'NN 'NX X:'2N 5 ^vx TNI'X) l'-NON NX TU^NI ^2^N NX NLNM 1N'2 NX NI'INN^ ^N12'bON INN NNXL7 'N^2V 'IX? NO"s) X'N l'IIV NX "v? 1P'N2 1^ MD 1OO? M1N2 „Die Rabbiner haben vorgetragen: Als einst Rabbi Jose, der Sohn Kisma erkrankte.