Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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tz? z Das Princjp der^histonschen Fortbildung in seiner - tigung zur Refornl, wenigstens in so weit und in so fern diese dgS Schriftwort und den Schriftgeist nicht negiren und abrogiren. Zq^dieser Auffassung war schon eine sehr breite Basis für Umbildungen auf praktisch-religiösem Gebiete gefunden. Die einzelnen Reformen bedurften sich nicht mehr durch einzelne Ausspruche bewährter^Aütöritäten zu stutzen; ihre Berechtigung war. vorhanden, sobald Zeitbedürfnisse und Zeitzustände sie im religiösen Interesse als nothwendig erkennen ließen. War doch der . Talmud in seiner ganzen Ursprünglichkeit und wesentlichen Substanz nach jener Auffassung wesentlich Umbildung zu Gunsten der Zeitbedürfnisse. Allein der Erfinder und Begründer jener Auffassungder berühmte Rabbiner Geiger aus Breslau, hat in seinem neuesten Werke (Urschrift der Bibel :c.) seine frühere Meinung über Pharisäismus und Sadducäismus ziemlich verabschiedet. .Wenn Pharisäismus und Sadducäismus, nach Geigers neuer Auffassung, ihren Ausgangspunkt in der Politik hatten, und ibrem inneren Wesen nach dem modernen Aristokratismus und.DemokratiSmuS ähneln, so kann ans ihnen schwerlich eine Berechtigung für die rein religiösen Reformbestrebungen unserer Zeit hervorfließen. Tätigkeiten, die aus einem politischen Hintergrunde hervorwachsen . bewegen sich nack ganz andern Grundsätzen und Zielpunkten, wie die rein religiösen. Dort muß das subjektive Parteiinteresse, hier die objektive Wahrheit als leitender Grundgedanke vorausgesetzt werden. — Mag man übrigens der neuen Auffassung Geigers nicht zustimmen, sondern die alte als begründet erachten, so ist auch mit dieser nur.eine Basis gefunden für Reformen, die innerhalb des Schriftwortes, d. h. um dessen Interpretation sich bewegen, nicht aber für solche, die daS mit klaren Worten ausgesprochene Schriftgebiet berühren. Die Interpretation der Schrift kann bei Verneinung der bindenden Kraft der Tradition antitalmudisch und somit reformatorisch sein, nicht aber das Schriftgebiet, daS vermöge semer klaren Bestimmung eine zweifelhafte Interpretation ausschließt. Es ist vielmehr aus jenem zu Grunde gelegten Prwcip gerade das Gegentheis zu folgern. Weil der Pharisäismus sein .reformatorisches Beginnen durch eine zuweilen wmi-