Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Ä4 .'Rükdkchau. haß es sündhaft fti/dle ErMung gewisser ReligiimSgebote Hüls« erzwingen zu wollen. Auch das hatte Herr R. nicht bedacht, und so seinen Feinden ein zweischneidiges Schwert in die Hand gegeben. Nicht lange, nachdem er die Schließung eines Geschäftes am Sabbath von Emchlöwegea durchgeführt hatte, ward er seiner Stelle entsetzt. — . Wie sieht es nun jetzt im dortigen Rabbinate aus. nachdem es dmtz de« orchodoren Rabbiner Adler besetzt ist? Eher schlimmer als besser! - Nachdem es in Aschaffeuburg dahin gekommen war, daß Herr A. an einem oder mehreren Feiertagen beim Gottesdienste kein »Minjan" zusammenbringe» konnte, nachdem er das Versinken der religiösen Institutionen ins Bodenlose, de^ JudifferentiSmuS hoch anwachsen sah, und keine Kraft, etwas dagegen zu thun. in sich fühlte, zog er sich auf einen kleivern Ort seines BeM,. nach Kleinheubach, zurück. Dort fand er ein gefügigeres. gläubigeres Publikum. Die Dräthe für Sabbath wurden gezogen, die Sabbathküche m Ordnung gebracht, auch die Regen - und Sonnenschirme am sabbath in. Baun gethau; all dies find ganz unschuldige Dinge, die man Wohl igno». riren mag. — . Wichtiger nnd bedenklicher scheint uns aber folgendes Factum. — Aw letzten NeujahrSvorabend war Arämermarkt in Miltenberg; da; "Geschäft der Kauffeute dorten beruht sehr auf diesen Märkten. Alle Kleinheuvacher Kaufleute hatten dort Stände. Abends kamen drei ehrenwerthk. dräve, unbescholtene, ja, selbst in Betreff ihres, jüdisch-orthodoren Lebens m. bescholtene junge Männer nicht znm Göttesdienste. Sie mochten sich weh! verspätet haben. Am darauffolgenden Tage nun, am ersten Neujahrstage, verkündete der Rabbiner, ohne vorhergehende Mahnung, Besprechung oderUv« ttrsuchung. daß jene drei Männer, die es gewagt, am Vorabende dt^ »Roschhaschono» auS dem Gottesdienste wegzubleiben, unwürdig seien, währe--? des FestmondeS zur Thora gerufen zu werden; und Einem von ihnen ein „Hohen", der Einzige in Kleinheubach — ward der „Dnedsm" uutersagt. —Bedarf Dies eines CommentarS? Ist da nicht „Cherem", -Niddm-. und ^Zssur» im vollen Anzüge? lNachschrift: Die Sache klingt beinahe mährchenhast! — Sollt, ei möglich sein, daß ein Rabbiner, ein Lehrer des Friedens und der Versöhnung, auf diese Weise sein Amt mißbrauche? gerade während der heiligsten Tazt 1 wo es uns zum Bewußtsein kommt, daß Gott, nicht nur in seiner Streng^ sondern auch in seiner versöhnlichen Milve, dl? Herzen prüft und die Thatt-Z , Wer Menschenkinder richtet, sich zum Richter auswürfe und noch über Tag der Versöhnung hinaus seine Strafen ausdehnte? Haben die jungt- . Männer gefehlt, so dürfen wir doch wohl annehmen, daß ihr Fehltritt dmä den Dersvhnungstag gesühnt sei; welch eine Anmaßung, da wo Gott vergehen hat. die eicommuuicirende Strafe noch länger zu verhängen? — M gar die Ausschließung vom ,^>uebku" betrifft,-so gibt diese gar von w gtößte» Unwissenheit in jüd. Dingen ein eclatautes ZmguLß. Wir lesen Ls-