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Der israelitische Volkslehrer · 1858-01-01 · Heft 1 (Januar 1858) · page 21

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 1 (Januar 1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Zur Pädagogik. tttlichkeit Men und dem Speeifischen' kem^Uebergewicht über daß Allgemeine einräumen. Wäre es nicht höchst sonderbar, wenn wir fett Kahren (katholische oder protestantische) Richtung in den, den israelitischen Kindern in den Volks, schulen in die Hand gegebenen Büchern zu rügen — nicht unter- - ließen imd dann demselben Fehler in ertremster Weift in den selbstverfertigten Schullesebüchern verfielen? Ist eS nicht noch sonderbarer und auffallender, ein Lesebuch deswegen als für jüdische Schulen bearbeit bar zu halten, weil es am meisten confesstonSlos gehalten, also in seiner ursprünglichen Gestalt für jüdische Schulen ebenso geeignet als für christliche ist, und seine lobenSwenhe Tendenz durch eine „confessionelle" Umarbeitung zu corrumpiren? Doch müssen wir natürlich, um gerecht zu sein, Völker, Menschew und Zeiten auch so zeichnen, wie sie uns, vom unparteiischen jüdischen Standpunkt aus erscheinen. Wenn wir im Laufe der Geschichte auf Männer stoßen die, (wie z. B. Friedrich der Große) sonst hochverehrt dastehen, gegen Israel aber nicht so handelten, wie sie sollten, dann freilich dürfen wir nicht einstimmen in den allgemeinen Jubel, in das allgemeine Lob, wenn wir nicht als ungerecht wider unS selbst und als verächtliche Schmeichler gelten wollen. Wenn wir hingegen von Männern sprechen, denen die Geschichte viel großes Unrecht, viel Leid vorzuwerfen hat, welche sie über viele Völker gebracht (wie z. B. Napoleon), sie waren aber gütig, ja Boten der Erlösung und des Heils für Israel, — dann erfordert es die einfachste Gerechtigkeit, daß wir dies anerkennen und nicht unerwähnt lassen. Wäre sonst für den Israeliten daS Bild ein ganzes, zutreffendes? — Wenn also z. B. die Rede ist von jenen „deutschen Freiheitskriegen", die zu ihrer Zeit jedeS deutsche Herz freudvoll und stolz schlagen machten, und die auch Israel weckten, so daß es gerne hingab Gut und Blut für deS gemeinsamen Vaterlandes Einheit, Freiheit und staatliche Wiedergeburt, ^- warum verschweigen, wie wir in unsren Hoffnungen getäuscht, schmerzlich getäuscht wurden? um so schmerzlicher, weil Der, den wir um des Gesammtvaterlandes willen bekämpfen halfen, für Israel im Allgemeinen ein guter und gerechter Fürst war, der, so viel als möglich, Israel befreite vom Drucke, der noch auS alter Zeit auf uns lastete, und Israels Religion in seinen Staaten allen anderen Religionen gleichstellte — WÄ5 in so vielen anderen Landen bis heute noch nicht geschehen ist? -7 Wer kann uns zumuthen, daß wir in den auch für Andere etwas verblaßten und veralteten Enthusiasmus verfallen bei der Erinnerung an Ereignisse, über welche 50 Jahre der schmerzlichsten Enttäuschung und Zurücksetzung geschritten, und miteinzu-

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