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Der israelitische Volkslehrer · 1858-01-01 · Heft 1 (Januar 1858) · page 20

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 1 (Januar 1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Aps Pädagogik. Pestalozzi entspricht. Das konfessionelle hat dabei nicht allein seine Berechtigung, sondern wird in höchster und edelster Weise aufgefaßt, als bestimmt und geeignet die Religion der Gesammtheit zu werden und die Ideen im kleinen Kreise vorzubereiten und zu verbreiten, die einstens die gesammte Menschheit verbrüdern sollen. Es kann also hier (im isr. Schullesebuch) von einer .Amalgamirung" des allgemein Menschlichen mit dem Besonderen, Jüdischen— wie man anderwärts die Aufgabe deS isr. Schullesebuchs auffaßte i— nicht die Rede sein, weil man sich sonst diese beiden Faktoren als getrennte Sonderheiten einander gegenüber gestellt und einer wiederauflösbaren Mischung bedürftig denken könnte. Uns scheint vielmehr Jdentifieirung das rechte Wort. Das Jüdische muß mit dem Menschlichen sich nicht nur innigst durchdringen, sondern als dasselbe sich erweisen. WaS blos jüdisches, nicht zugleich allgemein menschliches Interesse hat, soll nicht in das Lesebuch. , Ueberall, wo das Judenthum aus dem genau begränzten des specisisch Jüdischen hinaus inS Leben tritt, darf eS nicht ängstlich seinen Sondercharakter wahren, vielmehr muß es seine messiamsche welterlösende Aufgabe dadurch bethätigen, daß es als Menschenreligion erscheint, die alle zu umschließen berufen ist. Demzufolge wird das israelitische Schullesebuch alles Erelusive, Separatistische vermeiden — denn die jüdische Schule ist vor allem Volksschule. — Es wird dem Judenthume dadurch gereckt werden, daß es z. B geschichtliche Ereignisse u. A. mit vorurtheilssreiem Blicke und in ihrer Bedeutung für die Gesammtheit — also auch fürs Judenthum — aussaßt. Geschichtliche Ereignisse, die das Judenthum betreffen, dürfen nur dann eine Statte finden in einem solchen Buche, wenn sie als integrirende Bestandtheile des Wissenswürdigsten aus dem allgemein Weltgeschichtlichen aufgefaßt und behandelt werden können. Der Geschichte des Judenthums an und für sich kann hier kein Raum gegeben werden. Eine isr. Geschichte als solche — oder auch nur eine zusammenhängende unter eigner Rubrik stehende Reihe von Geschichten aus der isr. Geschichte gehört wohl als gesonderter Unterricht nothwendig in die isr. Schule, aber nicht ins Lesebuch. Das Juventhum, als bedeutsamer Faktor in kulturhistorischer Beziehung, seine Bedeutung im gegenwärtigen Haushalte der Menschheit, sollte, wenn überhaupt hierbei von Konfession in einem Lesebuche die Rede ist, in keinem unparteiischen Buche übergangen oder blos nebenhin behandelt werden. So möge denn das isr. Schullesebuch sich auch vor allen vor Par-! '2*

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