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Der israelitische Volkslehrer · 1858-01-01 · Heft 1 (Januar 1858) · page 4

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 1 (Januar 1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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.«ückblick auf »as Jahr!857. S tantesten hervortritt, hatten und haben unsere GlaubenSbrüder alkH?AM meisten davon zu leiden. Das Schwert des Damocless, sie vom Grundbesitze auszuschließen, schwebt immer noch über ihren Häuptern; und in der That, eS muß ein eiserner Faden sein, woran dieses Schwert befestigt ist, daß derselbe vom jahrelangem Hangen und Schweben noch nicht zeriffen ist. Dazu kommen unerquickliche Erscheinungen, wie daS Zurückdrängen der Juden in verlassene Zudenquartiere, welche uns den Beweis liefern, daß man dem bösen Geiste der Religions - Verfolgung nur winken darf, und er streckt aus verschiedenen Häuptern seine giftige Zunge hervor, um den Frieden und das Glück harmloser Bürger zu bedrohen. Die österreichische geistliche Presse hat mit dieser giftigen Zunge sogar die Häupter schuldloser Kinder zu begeifern nicht unterlassen, ein Verfahren, welches von der weltlichen Presse, zu ihrer Ehre fei es gesagt, einstimmig zurückgewiesen wurde. — Eine höchst betrübende Erscheinung des vergangenen Jahres war eS, daß in Oesterreich von einem Rabbiner mit der allgemeinen kirchlichen Reaetion ChoruS gemacht und die Regierung zur Decrettrung des BeschneidungszwangeS durch den falschen Ausspruch veranlaßt wurde, d?ß der unbeschnitten gebliebene Knabe kein er Religion angehöre. Erfreulich aber war eS, daß selbst die jüdisch-orthsdore Presse dieses Hereinziehen der Regierung in unsere inneren Angelegenheiten mißbilligte (waS sie freilich sich selbst gehörig einschärfen sollte) und jenen falschen Ausspruch des Rabbiners desavoutrte, so daß eS allgemein zugegeben fest steht, daß das Judenthum ein unveräußerliches Erbe sei, und keine »Sakramente" im christlichen Sinne anerkenne. — Im übrigen Deutschland hat sich in den bürgerlichen Verhältnissen unserer Glaubensbrüder nichts geändert, und damit kann man bei den jetzigen Zeitläuften schon zufrieden sein. — In unserem kleinen Freistaate hat die zur Volksvertretung gelangte entschieden freisinnigere Richtung sich die Erweiterung unserer staatsbürgerlichen Rechte zum Ziele gesetzt, was wir dankbar verzeichnen. — Aüf religiösem Gebiete scheinbar überall Stillstand — doch drängen die früher gestreuten Saaten da und dort erfreulich zum Lichte. Ja unserer Nähe ist durch Darmstadt 1*

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