Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau. eia-m Dorfe zu erwarten, geschweige denn in einer so zahlreichen und aufgeklärte» Gemeinde. GS sollte uns freuen, durch diese Mittheilung etwas beizutragen, daß einem so ehrwürdigen Grabhofe, für welchen die Theilnabme von ganz Israel in Anspruch genommen wurde, eine würdige FriebhofShalle gegebe» werde. <ZAuS Wittt/ im Januar.— Gemeinde-Zustän de. Zur Wahl des neue» Predigers soll nun dald geschritten werden. Dessen Stellung wird sicherlich viele Schwierigkeiten darbieten. Wien ist plötzlich eine große Gemeinde geworden. Nun ist das Verhältniß so: Der Urftock der Gemeinde neigt sich dem neuen Leben zu. wenn auch nicht bis zum äußersten Ertreme, dafür aber sind die massenhaften neue» Elemente noch voll der Anschauungen und ReminiScenzeu aus den betreffenden Gemeinden in Böhmen, Mähren und Un-* gar», in denen noch das alte Leben sich geltend machen will. Der größte Theil aber selbst von dieser Parthei, die in der Theorie dem alten Leben anhängt. neigt sich in der PrariS dem neuen Leben zu Man hat an Samstagen Comptoire und Gewölbe offen;c. zc.. und die Jugend macht fich wenig Gewissenhaftigkeit daraus, die Nachforschung unterlassen, ob das Fleisch auSgesalzen ist, ob es von der jüdischen Fleischbank ge holt wird. Man findet hier überhaupt wenig jüdische Traiteure. wo am Samstag nicht gekocht wird. Daraus gehen ganz einfach die Consequeuzen tervor, daß wir über^ kurz oder lang eine sogenannte „neuorthodore« Parthei detommeu werden, die XiäSasek macht und nach demselben die Cigarre raucht. Diese Parthei in ihrer Halbheit wird bald die andere wach rufen und dann habe» wir drei Partheien. Der neue Prediger wird eS um so schwieriger haben, da er zunächst auch eine Concurrenz mit Mannheimer haben wird. Indessen so schwer auch das Amt sein dürste, so glauben wir doch, daß die Frage zu lesen ist. Wir halten als erste Bedingung genaue Kenntmßnavme der Verhältnisse, wie fie hier bestehen. Wir können unsere Ideale haben wie immer; wo wir de» praetischen Boden betreten, da müssen wir nach den Umständen unS richten, wobei wir freilich das Ziel, das unS vorschwebt, nicht aufgeben uns unsere Gesinnung nicht nach den Umständen modeln und verkaufen dürfen. Hauptsache bleibt: eS gilt nicht die Krankheit zu behandeln, sondernden Kranken. — Unsere politischen Zustande wollen fich leider nicht günstig gestalten. So sehr aber auch nach Außen die Verhältnisse fich trüben, so werden sie nach June» immer iuuiqer und stärker. ES herrscht hier ein wahrbaft jüdisch religiöser Sin» und Gelst. ES werden alle möglich,»» Opfer gebracht, «m «ach Innen zu kräftigen und zu festigen. Daher kömmt es, daß die Stiftung»» ,o» Jahr zu Jahr zunehme», sowie auch die emzelueu Institutder Gemeinde immer besser fundirt werden. — **AuS Pesth.—ES wird Ihnen nicht unbekannt sein, daß die hiesige Gemeinde einen großartigen Tempelbau, woriu eine entsprechend großartige