Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nekrolog ihn ganz besonders zur Xheilnahme an der im Jahre 1838 unter der Redaction deS verst. Dr. S. Scheper veranstalteten Herausgabe deS HI. Th. von ilore Ileduekim des MaimonideS, für welches Werk derselbe die Vergleichung zweier Manuscripte des arabischen Urtertes ausschließlich besorgte und die Anmerkungen vorzugsweise lieferte. Dieses sein literarisches Eigenthum ist f. Z. in der allz. Z. d. Zud. anerkannt worden und soll hiermit aufs Neue rehabilitirt werden. Hierauf trat er 1833 alS Hofmeister in ein jüdisches Haus (Löwenstein) zu Großkanischa, und mit welcher Liebe und Verehrung jene Familie heute noch seinen Namen nennt, ist unbeschreiblich. Dort blieb er bis zum Herbste 1842. wo sein genannter Bruder, bis dahin Prediger und Religionslehrer zu Worms, seine jetzige Stelle ubernahm und in dessen Wirkungskreis zu Worms er nunmehr eintrat. In beiden ihm anvertrauten Funktionen erwarb er sich bald, durch seinen hingebenden Berufseifer und die Liebe und Treue, welche von ihm segnend ausging und belohnend zn ihm zurückkehrte, die Hochachtung und Anhänglichkeit der Gemeinde, und insbesondere der Zugend, in hohem Grade. Dabei vernetz er nicht die Zudenheit draußen, an deren Leben und Streben. Freuden und Leiden, er den innigsten Antheil nahm. Davon gab Zeugniß seine Streitschrist: „Das Zudenthun und die Kritik," welche er im Zahre 1845 (Mannheim, bei Bensheimer) an und gegen den bekannten Judenfeind Ghilani richtete. Bei den Rabbiner-Versammlungen war er ein thätiges Mitglied, dieselben gegen die Bannstrahlen der „Siebenundsiebzig" in einer Schrift kernigten und scharfen Inhaltes in Schutz nehmend, wob?i er zweideutigen, auf zwei Schultern tragenden Freunden, hart zu Leibe ging, während seines edeln Herzens tiefinniger Schmerz, sich in ihm früher so lieben Personen so bitter getäuscht zu sehen, aus seinen Worten deutlich hervorleuchtet. — Angeregt von den Beschlüssen ver Frankfurter Rabbiner-Versammlung, welche sicd vorzüglich mit der Läuterung deS Culms beschäftigte, und?er Muttersprache ihren wohlverdienten Platz im jüdische.: Gotteshause vindicirte, errichtete er zu Worms einen deutschen Sabbach-Rachmittag-Gottesdienst ein, der sich großer Anerkennu-g und fleißi^n Besuches erfreute. Im Zahre 1846 gab er. im Vereine mit seinem Freunde Wagner zu Mannheim, eine dem entschiedenen Fortschritte auf religiösem Gebiete gewidmete Zeitschrift herauS: „Die Reform deS ZuvESthumS.-' — Sanft und ruhig floß also sein Leb5nsstrom dahin, und wir hätten unS wohl deS trefflichen Mannes länger erfreut, wenn nicht die allgewaltige Bewegung des Zahres 1848 auch ihn in ihre