Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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». Adler. eln Denkmal zu stiften. Derselbe war geboren zu WormS im Zum 1812, erreichte somit ein Alter von 43 Jahren und 6 Monaten. Sein Vater, k. Isaak Zakob, Rabbiner zu Worms, gab ihm den ersten Unterricht in Bibel und Talmud, sowie in hebräischer Sprache und Stylübung. Da wurde — eine seltene Ausnahme in dem alten Unterrichtswesen und LkelZer-Schlendrian — die ganze Bibel gelesen,, nach ihrem einfachen Wortsinne erklärt, und auch beim Talmud-Unterrichte blieb Einfachheit die herrschende Methode. Mit dem Seligen wurde gleichzeitig sein Bruder unterrichtet, der jetzige Rabbiner zu Alzei, Or. S. Adler, und beide Brüder — der Letztere ruhig, die Ziele des Lebens und Strebens klar erkennend, aber allmälig und schrittweise sie anstrebend, der Erstere, dessen Hingang wir beklagen, feurig, kühn, den Sieg der lichten Ideen im Sturmschritt anstrebend — ergänzten einander, lebten trotz ihres so verschiedenen Wesens in der innigsten Harmonie; denn in Mnem waren sie einig, in der Liebe zu ihrem gemeinsamen Berufe, in der Begeisterung für die Wahrheit und für das Heil Israels und der Menschheit. — Schmerzlich, daß dieser schöne Bund so frühe sollte gelöst werden! — Zakob Adler — dieses war sein eigentlicher Name (Koppel), womit er gewohnlich in der Familie genannt wurde; da aber sein Vater denselben Namen führre, so wurde ihm noch ein anderer biblischer Name beigegeben, Abraham, womit er gewöhnlich sich abbreviirt zu unterzeichnen pflegte — setzte seine hebräischen Studien nach des Vaters Tode, welcher im Jahre 1823 erfolgte, bei dem jetzigen Rabbiner zu Worms, Herrn Bamberger, fort, durch Privatfleiß allgemeiner Bildung zustrebend, ging dann nach Karlsruhe, wo er das Lyceum besuchte, von dort wieder nach Worms zurück, wo er das Gymnasium absolvirte, dabei fortwährend angestrengtem Talmudstudium obliegend. Im Jahre 1832 frequentirte er die Universität zu Bonn, ging von dort 1835 nach Gießen, an beiden Orten bestreb:, sich ein universelles Wissen anzueignen und auf dem Gebiete der spekulativen Philosophie und Linguistik reiche Schätze sammelnd. 1837 verließ er Gießen, ging nach Frankfurt a. M.. wo er zuerst als Lehrer in dem Pensionate des Herrn Bechhold wirkte, dann privatim sich ganz literarischer Thätigkeit widmete. Damals befand sich dahier ein Areis strebender Kandidaten, auf welche der Selige in wöchentlich abgehaltenen Zusammenkünften wissenschaftlich anregend und belebend einwirkte. Zn diese Zeit fällt die Anlage zu einer „Geschichte der Frankfurter Juden," die er in Manuscript hinterließ. Seine gründliche Kenntniß der orientalischen Sprachen befähigte