Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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«. «dlsr. stürmenden Wogen hlneingerissen hatte. ES war nicht anders zu erwarten, als daß sein strebender Geist, verbunden mit einem Herzen voll glühender Liebe für das Heil der Menschheit, sich weit öffnen würde dem belebenden Hauche, welcher damals die Welt durchwehte und die Menschheit zu verjüngen verhieß. Zn den beiden Iahren 1848 und 1849 redigine er ein selbstständiges politisches Blatt, worin mit fester Hand auch die Sacke der Juden geführt wurde, während er Noak's freie, allgemeine Kirchenzeitung, die 1849 gegründet wurde, unter dem Namen „Akiöon" durch ausgezeichnete religionsphilosophische Artikel unterstützte. — In diese Zeit, wo seine Brust von der allgemeinen Liebe so hoch geschwellt ward, sielen auch die beglückendstcn Stunden seines Lebens, wo ihm ein liebendes Herz, ihm allein angehörig, seinen ganzen Werth tief erkennend, den schönsten Lohn für sein evles Denken und Fühlen darreichen sollte. Er verlobte sich nämlich damals mit Fräulein Rahel Hochstätter. Schwester des geschätzten Arztes, Herrn vr. Hochstätter zu Karlsruhe, sowie des sel. unvergeßlichen Lehrers gleichen NamenS dahier. Seine Briefe aus jener Zeit sind ebenso idyllisch schön, als innig wahr. Durchdrungen von dem beseligenden Gefühle einer reinen Liebe, schreibt er einmal an die Braut: „Ich gehöre keiner religiösen Partei mehr an; ich bin ganz Religion" — ein Wort, welches jeden achten Poeten, wie Philosophen auszeichnen würde. — Im Mai 1849. mitten in der stürmischen Bewegung, verehelichte er sich, und die Stürme jener Tage sollten leider ein Porbild sein von den Stürmen, welche seine Ehe beunruhigen sollten. Denn nur kurz waren die Tage ihres schönen Glückes. — Durch die politischen Verhältnisse aus der Bahn des theologischen Wirkens binausgezwungen, gründete er eine Erziehungs-Anstalt für Mädchen, in der-n Leitung die gründlich gebildete Gattin ihm treu zur Seite stand. Doch sein Geist, in seinen Studien und Forschungen behindert, sowie sein Herz, welches unablässig wieder dahin strebte, auf praktisch religiösem Gebiete tbätig zu sein, beide wurden leider nur zu bald gebeugt und getrübt. Bereits im Frühjahre 1854, gerade als ihm die Stelle eines Predigers bei der Iinanu-el-Gemeinde zu New-Dork angeboten und ihm die nöthigen Gelder zur Uebersiedlung überschickt wurden, — eine Hoffnung, wornach er wie ein Ertrinkender mit Begierde griff — zeigten sich die ersten Spuren der Krankheit, welche seinen Geist umschleierte und der er am Ende erliegen sollte. — Seine edle Gattin, welche mit seltener Ausdauer und Charakterstärke ihr Schicksal ertrug, stand dem Leidenden mit wohl- V. S