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Der israelitische Volkslehrer · 1855-01-01 · Heft 1 (Januar 1855) · page 49

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1 (Januar 1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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Ruadscham. 47 über diese merkwürdige «»tgelegenheit Herr Rabbiner Gutmann aus Redwitz in den drei letzten Heften de» vorigen JahreS gibt, in so fern bereits erledigt war. als sich dadurch herausstellte, daß die Herrn Rabbiner zu Bamberg und Burgebrach freilich nicht auf den Grund der Versch ollenheit hin. jedoch auf einen sicherlich weit weniger zureichenden, — indem sie nämlich rückwärts einen Zeugen wegen Uebertretuug religiöser Observanzen für Ungültig, und deßhalb die frühere Ehe als Concubinät, und deßhalb die Wittwe als gar nicht verheirathet, und deßhalb die als nicht nothwendig erklärten — den gewünschten Ausweg fanden. Solchen Ausweg billige, „von rein talmudischem Boden aus," wer kann; wir gewiß nicht. — Auch muffen wir unseren (Korrespondenten im Jnlihefte gegen obige Berichtigung in Schutz nehmen, als habe er gesagt, das mosaische Gesetz kenne solche Rücksicht nicht. Er sagt dies bloS von dem rabbiuischen Gesetze, indem seiner richtigen Anficht nach das betreffende mosaische Gesetz in der jetzigen Od^Utt-Form nicht umgangen, sondern geradezu verletzt wird. Die dort vorkommenden Worte: „sehr brav von ihm" beweisen, daß unser Korrespondent die Verschollenheilserklärung als BeseitigungSzrund der allerdings anerkeune, wie solches Herr Gutmann näher und gründlich erörtert hat. (D. R e d.) AaS dem Großherzogthum Hessen. — Wieder ist einer unserer Lehrer, und zwar ein Mann mit zahlreicher Familie, ein Opfer deS zelotischen Eifers und pharisäischen VerfolgungSgeisteS geworden — eS ist dieses der znlctzt in Viernheim gestandene Lehrer R........t. Derselbe war der Unterlassung unbedeutender religiöser Observanzen gerüchtsweise an, geklagt, unter Anderem habe er — für seine kranke Frau! — am Sabbathe eine Suppe kochen lassen. Darauf hin wurde ihm von dem betreffenden Rabbiner, bei welchem der religiöse Eifer oft das Mitleid überwuchert, das Schächten untersagt; die betreffende Gemeinde warf ihn in Folze dessen buchstäblich aus der Schule hinaus, und der arme Mann irrt nun mit Weib und Kindern brodtos und trosttos umber! — Als einen schönen Beweis von der humanen Gesinnung jenes frommen Hirten mit dem Stabe „Onodlim" führen wir noch an, daß in einem, unS über diese Angelegenheit zu Gesicht gekommenen Schreiben der zahlenkundize Herr Doctor höchst geistreich in dem Anfange der bezüglichen 8iär» sowohl die Ja hreSz ah l, als das Unglück des betreffenden Lehrers — er heißt Jakob —gefunden hat, nämlich: (Jakob zog aus Beer-Scheba) — die punktirten Buchstaben geben die jetzige Zahl des Synagogen-Jahres 6lö — wie witzig! und zugleich wie edel und zart! — Der arme Lehrer mußte ja unglücklich werden, sonst hätte der Herr Doctor keinen so herrlichen „?r»t" herausgebracht. — NuB, von solcher Orthodorte sagen wir: -VISIVNQ—

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