Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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TkSRtlttbtll» 45 Svnagoge und die Tempel alle in Schwarz sich hüllen werden, trauernd über ihre Entweihung durch die unreinen Opfer deS falschen Eifers, der Religionsverfolgung, der Bruderverdammung! Wo aber auS dieser Welttrauer hervorgehen wird das Menschengeschlecht, vom ewigen Lichte der Wahrheit neu-rleuchtet, vom Gotteshauche der Liebe neugeschaffen, vernehmend die himmlische Offenbarung: seid Menschen, und ihr werdet Göttern äbnlich sein! Liebet euch untereinander, und ihr werdet Alle Gotteskinder sein! Vertraget euch friedlich auf der Erde, und ihr werdet Alle Erben werden des Himmelreichs, Alle theilhaft der ewigen Glückseligkeit; und dazu sagen wir mit ganzem Herzen und von ganzer Seele: Amen!" Möchte doch der treffliche Redner mit den Mittheilungen aus dem Schatze seiner Kanzelberedsamkeit, welche eben sosehr deS Geistes, wie des Gemüthes voll ist. nicht so sparsam sein; er wurde gewiß mit einer Sammlung von ausgewählten Kanzelvorträgen Israel und seine Lehrer gleich sehr erfreuen. 1. Worte der Weihe. — Predigt, gehalten bei der Synagogen- Einweihung zu Alzei, von vr. S. Adler, Rabbiner das. Der als gelehrter Theologe rühmlich bekannte Verfasser zeigt sich uns in der vorliegenden Casualrede auch als tüchtiger Prediger. Er legt den Begriff: 7V.N>T1 „Wohnung des Zeugnisses" seinem Vortrage zu Grunde, uns führt demgemäß das Thema aus, wie das neue Gotteshaus Zeugniß ablegen solle, von der lauteren, reinen israelitischen Lehre, welche dort verkündet wird, von der Gesinnung der Gemeinde, welche es gegründet, sowie endlich von dem Streben der Männer, welche in demselben wirken. — Zn der ersten Abtheilung werden die Hauptlehren des Judenthums in begeisterter Sprache, woraus die innige Liebe des frommen Redners zu Gott und Religion klar und wohlthuend hervorleuchtet, in dem neuen Gotteshause zum erstenmale genannt. In der zweiten wird der Opferwilligkeit der Gemeinde, sowie der liebesthätigen Bereitwilligkeit der christlichen Bevölkerung zur Förderung das Baues in männlichwürdiger Weise daS gebührende Lob gezollt. Zn der dritten Abtheilung — worin unS jedoch der Ausdruck sehr auffallend war, der den Vorbeter als Mittler bezeichnet, welchen daS Zudenthum nicht kennt, und: ODZN — wird sodann daS eifrige Streben kund gethan, daS würdige Gotteshaus zur Stätte einer würdigen Gottesverehrung mehr und mehr geistig auszubauen, und so dem abgerundeten Vottrage ein geeigneter Schlußstein gegeben.