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Der israelitische Volkslehrer · 1855-01-01 · Heft 1 (Januar 1855) · page 46

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1 (Januar 1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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44 Reeenfionen. heit; und jegllcheS Zoch zerreißet." Diese Gedanken werden im 4. Theile näher ausgeführt: „Diesen Segen soll auch die Landestrauer stiften: auch sie soll in den Herzen der Landeskinder daS Gefühl der Zusammengehörigkeit anregen; auch sie soll Verträglichkeit, Friedfertigkeit, Duldsamkeit, Wohlwollen, Theilnabme und Liebe unter den Landeskindern nähren und beleben. Wenn Standesunterschied, wenn Schicksalsgunst, wenn Religionsbekenntnis wenn politische Anschauungsweise, wenn Lebensberuf die Burger eines und desselben Landes gegenseitig entfremdet: so soll die Landestrauer um ein verlorenes edles Haupt ein Sühnfest der Trauernden werden und die Herzen des Volkes in Liebe einigen. Sind Unglückliche unter ihnen, so sollen tie Glücklichen ihnen die helfende Hand und das liebende Herz darreichen. Sind Zurückgesetzte mit traurigem Aschenbrödel-Loose in ihrer Mitte: so soll das Loos der mittrauernden Verkannten die Herzen der Bevorzugten zum liebevollen Vorsatze rühren, nickt länger den Bruder auszuschließen vom Mitzenusse am Gemeingut und Erbe der Familie. Sind politische Parteiungen unter ihnen: so soll Vaterlandsliebe die trauernden Bürger des einen Vatertandes zur Eintracht einigen. Sind seine Religionsgemeinschaften zu streitenden Kirchen geworden; führen die gottesdienstlichen Opfer zu Bruderzwist, daß man fragen darf: „Äain, wo ist dein ^Drudet Abel?" so soll die Trauer um ein edles srommeS Landeshaupt in allen Tempeln den Ruf ertönen lassen: „haben wir nicht Alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott erschaffen? Warum handeln wir treulos Einer gegen den Andern, um zu entweihen den Bund unserer Väter? Welch' eine erbebende Trauerfeier ist (dann) das harmonische Glockengeläuts aller Tempel durch alle Gauen des Vaterlandes, in welches das Aschenbrödel Israel, weil an den Bächen Babels seine Harfe verstummt, durch Trauerklage einstimmt!" — Schließlich können wir uns nicht enthalten, unsere Leser mit den Schlußworten des trefflichen Gebetes, welches in wahrhaft messianischer Begeisterung gcdalten ist, zu erbauen: „Laß, o ewiger Vater, die große Stunde schlagen, wo daS Gloktengeläute der ganzen Erde die Völker aller Welttheile zum allgemeinen Trauergottcsdienst ruft, zur Trauer um die durch Unduldsamkeit vergeuvne Zeit, verschmähte Liebe, verlorne Welt, verscherzte Seligkeit; wo der Mensch am Halse des Mitmenschen wnnen wird, daß er aus Verblendung, aus Vorunheil aus Neid w die Grube geworfen und vom Herzen gestoßen den;urückaesthten Bruder; wo die Bekenner des .alten -und des .neuen" Bundes trauern werden daß sie zerrissen den ewigen Bund, den LiebeSbund, den Bruderbund, den Menschenbund; wo Moschee, «irche.

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