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Der israelitische Volkslehrer · 1855-01-01 · Heft 1 (Januar 1855) · page 45

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1 (Januar 1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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TnmertTvßs. 43 fehlern; wir können dabei Ausdrücke, wie: .^"PIX ,^ZS^ NdNN ,N'NV1 N'vn nnx ,N*?Zd5NN'2 als theils fehlerhaft. theilS unhebraisch, nicht unbemerkt lassen. Die Bitte für den König : H 12^? halten wir für nicht sehr ge-* eignet; hierhergehört der Ausdruck: N2D^> 12^ N^^O tt^O'^ DaS beigLgebene Programm, mit deutschen Gesängen, ist gut geordnet, und giebt einen neuen Beweis von der löblichen Gesinnung des dortigen Rabbiners für eine veredelte Gottesdienstweise. — Als eine Sonderbarkeit soll hier noch nachträglich erwähnt werden, daß der große Theologe zu Würzburg, einen deutschen Gesang bei der dortigen Trauerfeier als unjüdisch ausdrücklich verbot, und dennoch sprach derselbe, japredigte er deutsch? — Als ein treffliches Muster geistlicher Beredsamkeit überhaupt, sowie einer Casualrede insbesondere ist Nummer 2. rühmlichst zu erwähnen. Der geistreiche und gestnnungstreue Redner spricht über Joel 2, 13 (Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider) ernste Worte über eine wahre Landestrauer. Er findet diese: in der Annäherung an den himmlischen Vater, in Erweckung erhöheten Pflichteifers, in der Einflößung der Zufriedenheit mit unserem Schicksale und endlich in der Befestigung der Liebesbande unter allen Landeskindern. Da spricht er in der Einleitung: „Ich will, wie Zesaias über's Fasten gepredigt, über's Trauern predigen." Wäre der Himalaja meine Kanzel, das Menschengeschlecht aller Zeiten und Zonen meine Gemeinde, ein das ganze Weltall durchziehender Telegraph meine Stimme, ich würde sprechen: Siehe, wenn ihr trauret, so übt ihr dabei eure Willkühr, und bedrängt euer Gedrängten :c. Will man das ein Trauren nennen, woran Gott Gefallen hätte? Fürwahr, das ist ein Trauern, das Gott gefällt: löset die Fesseln des Unrechts; sprenget die Bande der Unterjochung; entlasset die Unterdrückten zur Freikommt gar der Ausdruck ,.höchstverblichene" wiederholt vor. Auch heißt eS von der verewigten Königin (S.S.): „Sie that nichts BöseS"— eine Redeweise, welche uns von einem Sterblichen höchst vermessen dnukt. Im Gebete (S.!1. 12.) kommen überbotene Ausdrücke vor, wie: „Allerhöchst uud Höchsthivterbliebenen," „Hechsterhabenen Königshause". — Wir find ter Anficht, daß solche, der Demüthizunz vor Gott Eintrag thuente Svrache fromme Fürsten unmöglich erbauen kenne. S. lv ist die Rede vo» einem ewigen Tod in dem Jenseits für die Bösen. wa5 abgesehen davon, daß das Jureuthum nicht einmal ewige Höllenstrafen kennt, geschweige einen ewigen Ted. eiuea auffaltenden Widerspruch enthalt; denn für den „ewig Tobten" kann es wohl kein ..Jenseits" medr geben. — Doch wollen wir es mit vem greisen Verfasser nicht zu genau nehmen; eS ist schon anerkennuugswetth geuug. daß derselbe in so hohem Alter ein so reines Deutsch schreibt, wovon auch die vorliegende Rede einen neuen Beweis liefert. Herr Rosenfeld ist einer der Nestoren deutscher Bildung unter den Rabbinern der Neuzeit.

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