Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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4. Rede bei dem in der Synagoge zu Ansbach am 7. Nov. 1854 stattgefundenen Trauergottesdienste für die hochstselige Königin Therese von Bayern. Von A. Grünbaum, Rabbiner. Ansbach bei Gummi. 5. Trauer-Rede auf das Ableben ZhrerMajestätderKonig in Therese, gehalten in derHaupstynagoge zu Fünh am 8. November 1854 von Or. Loewi, Rabbiner. Fürth bei Schund. Bei Gelegenheit dieses königlichen Trauerfalles haben die bayrischen Juden eine große Fülle patriotischer Trauer an den Tag gelegt, deren die fromme und edle Fürstin auch würdig war. Dennoch können wir hier eine ernstliche Warnung nicht unterdrücken. In allen Blattern, weit und breit, las man jene Kundgebungen, und da war kaum ein Rabbiner, welcher nicht seine Leistungen öffentlich anrühmte oder anrühmen ließ. Wahrhaft lächerlich war bei dieser Gelegenheit eine Anonce im hiesigen Journal, worin nebenbei der Rabbiner zu Würzburg als eine der ersten wissenschaftlich-theologischen Capacitäten deS ZudenthumS gepriesen wurde, und unter Anderem die bezeichnende Stelle vorkam, daß bei der dortigen Trauerfeier daS Kaddisch mit gerührter Stimme vorgetragen wurde? — Dieses auffallende Hervordrängen kann uns nur in der Hochachtung unserer Freunde schaden, während es unseren Feinden zu einer neuen Waffe gereicht. Wahre^rauer ist still (ON^ und das Niveau deS allgemeinen Patriotismus müssen auch die Juden nicht überschreiten. — Don obigen widerlichen Kundgebungen machen eine erfreuliche Ausnahme die beiden Reden, welche wir oben angekündigt. Nummer 1. legt den Tert Spr. 31, 30 zu Grunde, und spricht stch über die gerechte Klage, sowie über den Trost bei dem allgemein schmerzlich gefühlten Ereignisse, in einfacher Sprache, klarer Dictton, daS Andenken der Fürstin durch Schilderung ihrer Tugenden hochverehrend, in würdiger Weise auS. Unangenehm berührt hat unS der oft wiederholte Ausdruck „höchst selig." ES ist für einen sündigen Menschen, und Niemand ist von Sünden frei, schon genug, selig zu werden; in der Predigt aber, vor dem Angestchte deS Allmächtigen, und im Anschauen des TodeS, der alle Menschen gleich macht (MN W). sollte der erwähnte hyperbolische Ausdruck füglich nicht gebraucht werden*) — Zn dem beigedruckten hebräischen Gebete wimmelt eS von Druck- LSSVB W SÄ-Z