Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Tivßlverfr. 4! abgeschafft.— Die Conjunctur (S. 43.), daß der kühne SameaS, welcher HerodeS entgegentrat, Schamahjah, nicht Schäme ai wäre, ist zu unsicher, um nachgeschrieben zu werden. Auch heißt derErstere Schemahjah, was gegen jene Annahme spricht, während das, was von der heftigen Natur des Letzteren im Talmud (Sabb. 31. a) erzählt wird, mit Dem, was unS Josephus (Antiquit. 14. B. 9. 4.) von Sameas erzählt, sehr characteristisch zusammeKriMT^ Durch diese Ausstellungen wollen wir aber den sonstigen Werth und die practische Brauchbarkeit des Buches keineswegs in Abrede stellen. Im Gegentheile danken wir dem Verfasser für seine nutzbringende Gabe, wodurch er einem fühlbaren Bedürfnisse abgeholfen, und können wir sein Buch, namentlich für Volksschulen, sowie für den häuslichen Lesebeoarf bestens empfehlen. 2. Bibelverfe für alle Tage des Jahres. Ein Gedenkbüchlein für die israelitische Jugend, Frankfurt am Main^?i ^sepb Baer 1855. — 32". S. 243. Preis 15 kr. Aus dem reichen Schatze der biblischen Ethik sind in diesem, sehr schöy ausgestatteten Büchlein für alle Tage des Jahres, in gelungener Auswahl und einfacher Übersetzung Bihelverse von manigfaltigstem Inhalte zusammengestellt. Das Schristchen ist nach den 52 Wochen des Sonnenjahres geordnet, für die letzte Woche 8 Verse bietend, zur Befriedtgung^des. 3^5^.Tages. _Der^.arme Schalttag ist leer ausgegangen. — Wir halten dieses freundliche Kinder-Büchlein, zum Auswendiglernen so vieler trefflicher Schriftßellen, zur Angewöhnung an die Bibel und zur Erweckung der Liebe für dieselbe, sehr geeignet und empfehlenswerth. Daß der Inhalt nicht nach Lehren, nicht nach Jahreszeiten schematisirt ist, erachten wir für sehr vernünftig; denn es muß nicht Alles, waS die liebe Kindheit bekommt, pedantisch gegliedert sein. Die Bibel ist'S auch nicht, und gleicht deßhalb um so mehr der frischen Statur, Deren bunter Blumenteppich das Auge mehr entzückt, als wenn jede Blumengattung hübsch zusammengestellt wäre. — Wie die Sage geht, so habe dieses liebe Büchlein eine hohe Dame zur Urheberin; und können wir in diesem Falle nur unsere innige Hochachtung aussprechen, daß die edle Verfasserin, selbst Mutter, nicht bloS das Bedürfniß zur religiösen Erziehung ihrer eigenen Kinder fühlt, sondern diese heilige Theilnahme der israelitischen Kinderwelt überhaupt zuwendet. — Möchten an solchem Beispiele alle Frauen lernen, daß eS über die weltlichen Vergnügungen hinaus noch ganz andere Bedürfnisse gebe, deren Befriedigung ein edles weibliches Gemüth tief zu beseligen vermag. —