Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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» Zur jüdischen Dogmatil. Das Physische Nebel, eine Abhandlung von vr. David Einhorn. Zn meiner vor Kurzem erschienenen Schrift „das Prinzip des MosaiSmus" wurde die Darstellung der Differenzpunkte versucht, welche zwischen dem biblischen und rabbinischen Iudenthume in Bezug auf die Lehre vom Ursprünge des physischen UebelS stattfinden. Bei der Wichtigkeit des Gegenstandes fühle ich mich zu dessen weiterer öffentlichen Besprechung um so mehr gedrungen, als die Kürze der betreffenden Erörterung theils zu Mißverständnissen führen, theils gar manche dort aufgestellte Behauptung als nicht genügend motivirt erscheinen lassen könnte. Die fragliche Verschiedenheit zwischen Mosaismus und Rabbinismus besteht nach jener Erörterung in folgenden, unter sich eng zusammenhängenden zwei Punkten. Zunächst läßt die Bibel das physische Uebel zwar oft als Strafe für begangene Sünden erfolgen, keineswegs aber durch die Sünde bedingt sein, indem sie vielmehr die Eristenz schuldlos Leidender in Folge einer unergründlichen Fügung Gottes zugiebt; während dagegen der Talmud in seiner vorherrschenden Richtung alle physischen Uebel, inwiefern dieselben nicht angeboren oder schon im gewöhnlichen Laufe der Natur begründet sind, auf Versündigung des damit behafteten Individuums zurückführt und durchweg als Strafe betrachtet*). Ferner vermag der Mensch nach der biblischen Lehre lediglich in die eigene Lebenssphäre auch äußerlich störend, d. h. gegen Gottes Anordnung einzugreifen, nicht aber in das Die 7^1v' (Leiden, aus göttlicher Liebe entsprung en), welche der Tatmad annimmt, sprechen gegen obige Behauptung. Anm. d. Red.