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Der israelitische Volkslehrer · 1855-01-01 · Heft 1 (Januar 1855) · page 15

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1 (Januar 1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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für Israeliten 13 nicht au» dem Zustande heraus winden, der die Folge und das Ergebniß einer Zeit ist, wo für den Israeliten jede gewerbliche Thätigkeit, besonders der Erwerb von Grundstücken, und somit die Beschäftigung mit dem Landbau eine Unmöglichkeit war, jener Zeit, welche jede Spur eines glücklichern ZustandeS für Israel und somit den guten Eindruck verwischt hat, den die trefflichen Lehren Moses und der Rabbinen auf die sociale Stellung Israels beabsichtigten und wirklich hatten, indem sie Arbeit und BerufSthätigkeit, namentlich aber den Land bau hoch schätzen lehrten. Wir erlauben uns hier einen Vorschlag zu geben, auf welche Weise unser Gedanke ins Leben gerufen werden könnte. Vor allem müßte ein Comite edelgesinnter Männer sich bilden, daS sich die Verwirklichung dieses Gedankens zur Aufgabe machen würde. Vor der Hand dürste die zu errichtende Anstalt in möglichst engen Grenzen*) sich bewegen und die Gesammtzahl der Zöglinge eine Familie von höchstens zehn Knabrn bilden. Dieselben sollen Unterricht erhalten in den nöthigen Elementarfächern und dabei angeleitet werden zur Beschäftigung mit dem Landbau, von welchem ihnen, neben der praktischen Bethätigung, auch theoretische Kenntniß beigebracht werden soll, so daß sie zu guten Landwirthen erzogen werden. Die bei der Erziehung leitenden Grundsätze könnten hier keine anderen sein, als die in dem Leben dieser Anstalten herrschenden, wo zunächst die allgemein menschliche Bildung und sodann die Berufsbildung ins Auge gefaßt wird. Es versteht sich von selbst, daß das religiöse Moment auch hier der HauptpulS sein soll, der das Leben der Anstalt durchzieht; eben so wohl versteht eS sich, daß die aufzunehmenden Zöglinge, besonders beim Beginne der Anstalt, zu den sittlich bessern gehören, damit die Anstalt nicht von vorne herein mit Bekämpfung der unsittlichen Elemente zu thun habe, und dadurch ihre Hauptaufgabe als Nebenzweck betrachten müßte. Es müßte ein Gut gepachtet werden, bestehend aus einem Hause, das geräumig genug wäre, um zehn Zöglinge mit ihrem Hausvater zu beherbergen, Scheune, Stallung und Remise, und zehen Jucharten**) Landes. Der Pachtzins müßte durch den Ertrag des Bodens gedeckt werden, und dürfte durch den Arbeitslohn der Zöglinge und des Hausvaters, von welchen daS gepachtete Gut allein bestellt wird, sich wohl ein Vor- 5) Wr sagm darum: in engen Grenzen, weil wir vor der Hand nur einen Versuch, in kleinem Maßstabe, wünschen und Versuche nur auf diese Weise gelingen, während großartige Pläne gewöhnlich mißlingen, «ine Juchart 32,000 Pariser Fuß.

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