Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Laudwirthschaftliche Schule in EomptoirS und Bureaur, in Fabrikationen und Manufakturen suchen, und durch deren falsche Geistesrichtung so manche Kräfte dem Landbau entzogen werden. Man wendet zwar gegen die Behauptung, eS werden zu viel Kräfte dem Landbau entzogen, ein, die Agrikultur sei auf eine HSHe gestiegen, und der Boden werde bei uns auf eine Weise benützt und in einem Maße, daß er zur Bebauung des letzteren der Kräfte im Ueberfluß habe, die sich wirklich damit befassen. Diesem Einwurfe möchten wir die Thatsachen entgegen setzen, daß so viele Strecken Landes, selbst in den Culturstaaten Frankreich und Deutschland, noch der Urbarmachung warten; daß in Ländern, wie Würtemberg, Baden und der Schweiz oft schöne und bedeutende Bauerngüter um einen sehr Niedern Preis verkauft werden; daß in Gegenden, die in Beziehung auf Agrikultur den ersten Rang einnehmen, wo der Landmann nicht Schlendrianist geblieben, sondern mit gewecktem Sinne beobachtet und forscht, und die Erfahrungen wissenschaftlicher Oekonomen sich zu Nutzen zieht, wo in der Nähe der Ortschaften kein Plätzchen gefunden wird, daS nicht im höchsten Grade benutzt wäre, in weiterer Ferne desselben viele Morgen Landes gefunden werden, die wenig oder gar nichts abwerfen, während eine zweckmäßige Cultur großen Nutzen daraus ziehen würde. Wenn eS keinem Zweifel unterworfen ist, daß landwirthschaftliche Institute in Bezug auf oben besprochene Verhältnisse wohthuend wirken, so wird es Jeder, der dem Gegenstande einiges Nachdenken widmen wird, einsehen, daß ein derartiges Institut inZsrael zur Hebung seiner socialen Verhältnisse viel beitragen muß. — ES ist den Freunden bürgerlicher Verbesserung in Israel seit der Epoche von Mendelssohn gelungen, die israelititische Zugend zu den verschiedensten bürgerlichen Berufsarten zu erziehen, und sind für Erreichung dieses schönen Zweckes eine Menge Institute und Vereine ins Leben gerufen worden, die alle ein schönes Zeugniß geben von der Opferfähtgkeit und edlen Gesinnung in Israel. Die zahlreichen Werkstätten jüdischer Meister sind Belegs, daß die diesem Zwecke gebrachten Opfer nicht vergeblich waren. Dahin ist es aber noch nicht gekommen, daß in ZSrael der Landbau, der in den Zeiten der Blüthe deS israelitischen Nationallebens die fast ausschließliche Beschäftigung unserer Vorväter war, wieder so einheimisch geworden wie früher. Wenn auch in einzelnen Gegenden, wie z. B. im Breisgau Schwarzwald und Elsaß viele israelitische Familien zu treffen sind! dle den Landbau zu ihrem Erwerbszweige ergriffen haben, so konnte dennoch ein großer Theil des israelitischen Volkes sich