Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Rückblick a«f das Jahr 1854. aufgenommen werden wird, und gehen wir daher mit erneuertem Muthe und frischer Thatkraft an die Fortsetzung unseres im Namen Gottes und zur Ehre unserer heiligen Religion unternommenen Werkes. Frankfurt a. M., am Lichtfeste 5615 (im Dezember 1854.) Leopold Stein. 2. Landwirthschastliche Schule für Israeliten- (Bon Lehrer Dreyfuß zu Endingen in der Schweiz.) Die ReaUsirung eines derartigen Projektes konnte den Freunden der Verbesserung der bürgerlichen Verhältnisse in Israel nur von hohem Interesse sein, da sie sich überzeugt halten müssen, welchen praktischen Nutzen es haben würde, junge Israeliten für den Landbau zu erziehen. Schon unseres großen und göttlichen Lehrers Moses Plan und Streben war, Israel zu einem Ackerbauvolk heran zu bilden, weßhalb so viele Gesetze deS mosaischen Coder auf den Ackerbau berechnet sind. — Zu den Verkehrtheiten unserer Zeitrichtung gehört eS, daß dieser Beruf, ohne den die Erhaltung der menschlichen Gesellschaft nicht denkbar ist, von vielen Menschen so gering geschätzt wird, und ein großer Theil der Menschen jenen Kindern gleichet, denen der Vater auf dem Todtenbette erst offenbaren mußte, daß in ihrem Weinberge ein Schatz verborgen liege, und die erst durch diese Mittheilung zur richtigen Behandlung deS Bodens und zu gehöriger Werthschätzung der Arbeit angeleitet wurden. Wir sehen so viele Menschen, die sich dem Landbau entziehen, weil sie sich für geistig geweckt und zu etwas Besserem geboren glauben, als sich mit der Erdscholle zu befassen und mit dem „dummen Bauer" in gleicher Categorie zu stehen. Diese Leute wissen nicht, daß man auch bei dem schlichtesten Landmanne einen Grad von Fertigkeiten und Naturkenntniß trifft, die von Vater und Großvater ererbt sind, und ein abgerundetes Ganze, ein System bilden, das über alle Einzelnheiten des Berufes Rechnung geben kann, wie z. B. über Witterungseinfluß auf Boden und Vegetation, Mischung der Erdarten, Merkmale und Eigenthümlichkeiten, Nutzen und Vorzüge der Kulturpflanzen. Diese seine Kenntnisse und technischen Fertigkeiten stellen den Landmann als einen Menschen heraus, der sich vor dem gewecktesten Kopfe nicht zu schämen hat. Mit Recht dürste er über Diejenigen lächeln, welche über ihn mitleidig und geringschätzig den Kopf schütteln, indem sie ihr Heil