Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3129675-3129718-3129719--0962-3130001- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
s Rückblick auf das Jahr t854. gesagt wurde, eine Sache deS Glaubens. Eine Macht, welche zu Hause den ftlrchtbarsten GlaubenSdruck ausübt, welche namentlich gegen die unglücklichen Juden mit einer Willkür verfährt, welche an Pharaonische Edicte erinnert, beklagte sich über Unrecht, welche ihren Glaubensverwandten unter der Herrschast eines anderen Glaubens widerführe! Wie nun überall daS Böse in seinem Endziele nothwendig dem Guten dienen muß, so dürfen wir «it Sicherheit hoffen, daß auS jenem furchtbaren Kriege, welchen die Gewalt begonnen, daS Recht und die Humanität die besten Erfolge gewinnen werden. — Die christlichen Mächte werden wohl zunächst nur die Rechte ihrer Glaubensbrüder im Oriente sicher stellen; allein wir zweifeln nicht daran, daß der Beherrscher der Gläubigen, welcher doch wohs seine» Staat nicht zum ,/christlichen Staate" machen wirdauch die Rechte seiner jüdischen Unterthanen gleichmäßig aussprechen und gewährleisten werde. Freilich haben wir Verlassenen keinen Herrscher auf Erden, welcher sich unserer Rechte in fremden Landen annehme; aber wir haben einen Herrn und Annehmer im Himmel, der da ist der Herr aller Herren; und seine Weisheit fügt eS schon so, daß der Northeile der übrigen Kinder auch daS irdisch verwaiste Israel theilhaftig werde. Bereits hat der Sultan einem wackeren israelitischen Sendboten auS Frankreich, ÄlbertKohn, die zufriedenstellendsten Versicherungen gegeben; und hoffen wir überhaupt, daß der gewaltige Umschwung der" Dinge und die Reformbestrebungen, welche die Völker des Islam in dm Kreis der Völkerbewegung und Fortbildung hereinziehen, auch bei unseren Brüdern im Morgenlande einen neuen Geist der Kraft, des Fleißes und der Thätigkeit wecken werden, wie er einst die Bäter in Palästina so ehrenvoll ausgezeichnet. Hoffen wir überhaupt, daß ein Zurückdrängen Rußlands auch ein Zurückdrängen der glaubensfeindlichen Vorurtheile in sich schließe, und der ruhmreiche Kampf Englands und Frankreichs auch den Sieg jener menschenfreundlichen Ideen fördern werde, welche bei diesen beiden großen Nationen die Gleichberechtigung Aller, ohne Unterschied des Glaubens, festgestellt haben. Denn daS Wenige, was hieran den Juden in England noch fehlt, wird gewiß