Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Röckblick auf das Jahr!SS4. 7 die nächste Zukunft ergänzen, und der Sieg über das Unrecht draußen wird sicher zur Bewältigung aller beschränkenden Beschränktheit im Innern das Selnige beitragen. — Zn Italien spiegeln gleichfalls die jüdischen Zustände die allgemeinen zurück, so daß wir nur die Ertreme, Rom und Sardinien erwähnen dürfen. Im letzteren genießen die Juden das volle Staats-Bürgerrecht, im ersteren wurde für das Ghetto, worin die Juden noch schmachten, das Gesetz erneuert, kein christlicher Dienstbote dürfe bei einem Juden übernachten! — In der Schweiz steht immer noch die allgemeine Freiheit mit dem besonderen Verfahren gegen die Juden in grellem Widerspruche. Weder von staatsbürgerlicher noch von bürgerlicher Rechtsgleichheit ist dort die Rede; die Juden kämpfen wacker an; sie haben schon manches ehrenvolle Recht, wie das, in die Reihe der Daterlands-Vertheidiger eingereiht zu werden, erreicht, und wünschen und hoffen wir für ihr ferneres unermüdliches Streben segensreichen Erfolg. Die freien Staaten Nord-Amerika's geben immer erneuerte Beweise, wie sehr das Prinzip der Rechtsgleichheit Aller, welches — man ist in Amerika sehr fromm — von der Religion nicht nur zugelassen, sondern dringend verlangt wird, in Fleisch und Blut des dortigen Staatslebens eingedrungen ist. Mehrere Vertreter der öffentlichen Interessen, welche von dort theils als Gesandte, theilS als Consuln nach Europa entboten wurden, sind Juden, und die dortige Regierung hat dadurch nicht nur diese Männer selbst, sondern die Hoheit ihres eigenen Prinzips öffentlich geehrt. — Mit Freuden vernehmen wir, welch' ein rege? Leben sich unter den dortigen Brüdern, die fortwährend durch zahlreiche, den diesseitigen drückenden Verhältnissen sich entziehenden Einwanderer vermehrt werden, auf dem religiösen Gebiete kund zu geben beginnt. Neue Gemeinden bilden sich überall; prachtvolle Synagogen erstehen in allen Städten der großen Union; in der Kapitale New-Dork, welche für ohngefähr 40,000 Juden daselbst 14 Synagogen besitzt, wurde eine sehr schöne, neu gebaute Kirche, mit zwei hochstrebenden Thürmen versehen, von der dortigen israelitischen Tempelgemeinde acquirirt und einem veredel-