Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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von Maeaulay. 25 Osterwoche auf die Tagesordnung gebracht wurde. Einer jener Grillenfänger empfahl scherzhaft die zweite Lesung auf Charfreitag. Wir hätten gar nichts dagegen gehabt; auch glauben wir nicht, daß der Tag auf eine würdigere Weise gefeiert und in Andenken behalten würde. Wir kennen für die Beilegung lang dauernder Feindseligkeit und die Wiedergutmachung grausamen Unrechts keinen passenderen Tag, als den Stiftungstag der Religion der Gnade. Wir wüßten zur Ausmerzung der letzten Spuren von Unduldsamkeit aus dem Gesetzbuche keinen passenderen Tag, als den, an welchem der Geist der Unduldsamkeit den abscheulichsten aller Gerichtsmorde ausübte, einen Tag, an dem die Liste der Opfer der Unduldsamkeit, jene edle Liste, auf der Socrates und More verzeichnet sind, durch einen noch größern und heiligeren Namen Herherrlicht wurden.. 5 Nachschrift des Herausgebers. Soweit Macaulay.— Wie klar wird hier unser Recht ausgeführt! Und gewiß, ohne alle Schmeichelei gegen die Juden, und ohne dem Standpunkte des christlichen Schriftstellers das Mindeste zu vergeben! — Und das ist das Evidente, Siegreichüberzeugende in Macaulay's Darstellung! „Sagst Du, ich bin ein Christ? auch ich bin Einer! — Sagst Du, man darf die Sachen der Juden nicht beschönigen? siehe, ich beschönige sie nicht! — Ich will die Fehler der Juden nicht verschweigen; aber auch die christl. Scheinheiligkeit, welche sich mit dem Purpur der Staatsreligion bemänteln, auch die Sophisterei des engherzigen Eigennutzes, welche sich hinter die göttliche Weisheit verbergen will, auch diese will ich entlarven und in ihrer ganzen Blöße darstellen!" — Das ist die Logik des englischen Schriftstellers; und er führt sein Schwert so gewaltig, in seiner Beweiskraft so scharf, in seiner Gerechtigkeit so unpartheiisch, in seiner Weisheit so erhaben, in seiner Hu-