Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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26 Nachrichten aus der Synagoge. moinität so groß, daß seine überzeugenden Gründe den Gegner eben so kalt durchrieseln müssen, als sie den Freund des Rechtes mit elektrischer Wärme durchdringen. — Mögen die Leser unserer Zeitschrist von diesem bedeutenden Aufsatze recht eifrigen Gebrauch machen, ihn namentlich in die Hände von Christen zu bringen; er wird gewiß nicht verfehlen, das Seinige zum Siege des Rechtes und der Wahrheit endgültig beizutragen. — 3. Nachrichten aus der Synagoge. Frankfurt a. M. — Die Sache unseres Hauptsynagogen- Ateubaues nimmt von Tag zu Tage einen besseren Fortgang. Dreihundert Frauen aus der Gemeinde haben, bald nach den höchsten israelitischen Feiertagen, in einer Petition an den Vorstand ihr religiöses Bedürfniß und inniges Verlangen nach einer geeigneten Stätte der Andacht kundgegeben. Wir freuten uns dieser Kundgebung doppelt, weil der religiöse Sinn der Frauen auch in unseren Tagen bestimmt ist, ein Retter des Judenthums zu sein nl'^^ ^2^2 tt^tt ^55^ ttÄ Allein auch unter den Männern, an deren Spitze sich unser ehrwürdiger, greiser Oberlehrer, Herr vi-. Heß, befindet, macht sich ein zunehmend reger Eifer geltend für dieses ' heilige Werk, durch welches unsere zeitgemäße Cultusreform erst den rechten Grund und Anhaltspunkt gewinnt. Rabbiner Stein ist von der betr. Commisston mit Entwerfung einer neuen Liturgie beaustragt. — Die Stelle eines ersten C antors an der Hauptsynagoge ist zur Zeit noch unbesetzt; der für denselben, bei entsprechenden Leistungen, bestimmte fixe Gehalt beträgt st. 1000; amtliche Erfordernisse: kräftige, sonore Stimme, tüchtige musikalische Bildung, Kenntniß und guter Vortrag in der h ebräi sch en und deutschen Sprache' — Zu Mainz ist der ernannte erste Rabbiner, Hr. vr. Au b, bereits installirt und in Thätigkeit. Wenn die dortige prachtvolle Synagoge ihrer erhabenen Bestimmung immer noch nicht übergeben ist, so liegt, wie wir hören, die erfreuliche Ursache darin, daß in ihr kein Licht leuchten soll, welches an einem schwarzen, verdunkelnden Dochte haste; man will reines Licht, wie die Natur es gibt, d. h. Gas statt Kerzenlicht. Wir erblicken hierin eine günstige Vorbedeutung für die Wirksamkeit des neuernannten Rabbiners.