Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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von Maeaulay. 11 er am Sonnabend in die Synagoge statt am Sonntag in die Kirche geht, das kann ich nicht begreifen. — Die Unterscheidungsmerkmale zwischen Christen- und Judenthum verdienen große Berücksichtigung bei der Beurtheilung der Fähigkeit eines Mannes zum Bischöfe oder Rabbiner, aber sie haben wohl nicht mehr mit seiner Fähigkeit zum Friedensrichter, Gesetzgeber und Finanzminister zu thun, als mit seiner Fähigkeit zum Schuhflicker. Niemand hat je daran gedacht, die Schuhflicker zu zwingen, eine feierliche Erklärung über den wahren Glauben eines Christen abzulegen. Jedermann hätte eher seine Schuhe von einem ketzerischen Schuhflicker flicken lassen, als von Jemanden, der alle 39 Artikel unterschrieben, aber nie eine Ahle in die Hand gebracht hatte. — So handeln die Menschen, nicht weil sie gegen die Religion gleichgültig sind, sondern weil sie nicht einsehen, was die Religion mit dem Flicken ihrer Schuhe zu schaffen habe. Nun hat in der That die Religion eben so viel mit dem Schuhflicken zu thun , als mit dem Budget oder dem militärischen Voranschlag. Wir haben sicherlich im Verlaufe der letzten 20 Jahre mehrere hervorstechende Beweise, wie ein sehr guter Christ ein sehr schlechter Finanzminister sein kann. — Aber eö wäre ja etwas Ungeheures, sagen die Verfolger, wenn Juden für eine christliche Gemeinde Gesetze geben sollten. Hier liegt ein handgreifliches Mißverständniß zu Grunde. Nicht daß Juden für eine christliche Gemeinschaft Gesetze machen sollen, wird vorgeschlagen, sondern, daß ein aus Christen uttd Juden bestehender gesetzgebender Körper für eine aus Christen und Juden bestehende Gemeinschaft Gesetze machen sollen. — Bei 999 Fragen von 1000, nämlich bei allen Fragen der Polizei, der Finanzen, des bürgerlichen wie des strafrechtlichen Gesetzes, der auswärtigen Politik hat der Jude als Solcher kein Jntresse, welches dem des Christen oder selbst der englischen Kirche feindlich wäre. In Fragen über kirchliche Einrichtungen kann der Jude und der Anhänger der englischen