Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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-nie ParabeU^ -" > Zt' Da erhob sich der König von seinem Sitze und sprach: Sohn, deine Gesinnung ist gut, und weit besser ist es wohl, mir im Geiste dienen, als Farren und Lämmer mir zu Ehren zu schlachten, und sie selbst zu essen. Allein das Wort ist noch nicht dieThat; und die den ganzen Tag mein Lob singen, die wahrlich sind es nicht immer, welche die Größe meines Reiches verherrlichen. Die Krone wartet noch ihres Besitzers! Tritt bei Seite! — Da traten die drei bei Seite Stehenden zusammen und sprachen: wir haben uns in der Vorhalle gestritten, wem der Vortritt gebühre? Und nun sind wir alle drei zusammen hier, und keinen von uns zieret die Krone! — Da pochte es leise an die Pforten, und herein trat ein Weib, scheu und schüchtern. Aermlich war sie gekleidet, doch rein« lich; sie wagte kaum das Auge aufzuschlagen, dennoch lag in ihren Mienen das Bewußtsein des Guten, und in ihrem Gange die Sicherheit, daß sie vor einen König trete, dem alle seine Landesangehörigen gleich lieb und theuer waren. Also trat sie vor, ließ auf ein Knie sich nieder und sprach: „hoher Herr! ich und mein Mann — wir nähren uns von unserer Hände Arbeit, mühsam, doch ehrbar. Wir wollen von Niemanden etwas, sind aber freudig bereit, das Wenige, was wir haben, mit Andern zu theilen, die noch weniger besitzen. Wir hatten keine Kinder; doch unser Inneres sehnte sich darnach, an einem geliebten Wesen täglich unser Herz zu erfreuen. Da starb unsere Nachbarin, eine arme Wittwe, und hinterließ ein Knäblekn von drei Jahren, ein verlassenes Kind, das gar keinen Annehmet hatte. Wir nahmen uns des weinenden Knaben an, zogen ihn in unser Haus, an unser Herz. Da ward daS theuere Kind krank. Nun wachten wir wechselweise, ich und mein Mann, Tag und Nacht an seinem Dettlein, daß wir selbst fast erkrankten, bis unser Kind genaß. Du, o Herr, hörend von unserem Kummer hast den besten Arzt gesendet, uns zu trösten, das Kind zu heilen; ich komme, dir innig zu danken, denn unser theuercr Sohn lebt, lebt! — Da erhob sich der König wieder von seinem Sitze, doch nun-