Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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SV / Aas nchte Opfer, Herr! Als Wir einem früheren Herrn dienten, da regte dieser daS Reich auf zum Kampfe gegen ein anderes Reich. Ich hatte einen einzigen Sohn, welchen ich hingab für das Reich. Er fiel im Kriege 5 mein Liebstes und Teuerstes Hab' ich dem Reiche geopfert; mir gebührtdie Krone, welche du vertheilen willst." Da faltete der edle König die Stirne und sprach: dem ihr früher gedient, der hatte Freude am Kriege, ich bin einHerr deS Friedens. An Menschenopfern Hab* ich keinen Gefallen. Die Krone kannst du nicht erhalten. Tritt bei Seite! — Da öffneten sich die Pforten zum zweiten Male, und herein trat em Bürger, wohlgenährt, frischen Aussehens; mit selbstgefälliger Miene trat er auf, als wollte er sagen: i ch habe Großes für den König gethan; und mit Zuversicht begann er und sprach: -hoher Herr! als du die Regierung antratest, da Hab' ich, dir zu Ehren! tausend Stiere, tausend Böcke, und Lämmer ohne Zahl geschlachtet; mein halbes Vermögen ging in Opfern auf, die ich zu deiner Huldigung darbrachte — nicht wahr? mir gebührt die Ehrenkrone!" Da lächelte der treffliche Monarch und sprach: immer besser, mir zu Lhren^Thiere, als Menschen schlachten. Allein wenn ihr zu meiner Huldigung so viel Stiere und Lämmer gegessen habt, so habt ihr ja eueren Lohn schon dahingenommen. So, Freund, wird die Ehrenkrone nicht erworben. Tritt bei Seite! — Da thaten sich die Pforten zum dritten Mal auf; das Auge zmu Himmel gewendet, begeisterten Blickes, trat ein Mann herein, der mit Geringschätzung auf die ganze Umgebung blickte, als wollte er sagen: ich habe aus eine Weise unserm Herrn gedient, mit welcher doch kein anderer Dienst zu vergleichen ist! Daun beugte er seine Knie vor dem König und sprach: „hoher Herr! ich habe dein Lob gesungen aus der Tiefe meines Herzens. Ich habe Lieder auf deine Größe gedichtet, welche im Munde deS Volkes leben. Gar Mancher thut den ganzen Tag nichts anders, att daß er die zahllosen Lieder singt, welche ich zu deinem Ruhme augestimmt. Wie wird dadurch deine Größe und Macht öffentlich aaerkaunt! Ich weiß es, mir gebührt die Krone, mir vor Alles gibst du sie!" —