Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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vom Standpunkte seiner Zeit. muß uns besser, edler, gerechter, gütiger — mit einem Worte, sie muß uns menschlicher machen. Und das in derThat Hut unsere heilige Thora; N'NII'NZ ^21 'NN N'NI ihre Wege sind Wege voll Lieblichkeit, und alle ihre Pfade sind Frieden (Spr. 3,17.). Sie hat des Israeliten Herzen erweicht; sie hat aus dem ägyptischen Sklaven, indem sich dieser freiwillig unter den Einfluß eines freimachenden Gesetzes begab, mit Meisterhand einen fühlenden Menschen gemeiselt; sie kündigt sich wohl als vorzüglich Recht uud Gerechtigkeit verlangend an lvSwQI N'Nn ^>I). aber in der That ist es die beglückendste Liebe, die reichlichste Güte, womit sie das Herz ihrer Bekenner erfüllt; sie nennt die dringende Pflicht, der notleidenden Menschheit wohlzuthun, nicht blos ein Werk der „Liebe", sondern vorzüglich ein Werk der Gerechtigkeit (NßnP, allein eben dadurch hat sie so tief in die Herzen hinein der Sache der Wohlthätigkeit einen unerschütterlichen Grund gegeben, weil sich nach ihrer Lehre Niemand dieser Pflicht entziehen kann, der nicht das größte Unrecht wider Gott und die Menschheit begehen will. Also regelt die heilige Lehre Israels gesetzlich das Leben der Ihrigen; und darum sei versichert, wenn du dich und deine Kinder ihr und ihren beseligenden Geboten entfremdest, die Quelle der Güte, der Theilnahme, der Mäßigkeit, der Sittlichkeit, und, daß ich das Herrlichste zuletzt nenne, der häuslichen Glückseligkeit — allmählich werden sie in unserer Mitte alle versiegen diese heilvollen Quellen, und in öder Wüste, ohne Gott, ohne Tugend, ohne Glauben an Menschenwerth und Menschenpflicht werden wir dastehen, ärmer und unglücklicher als jemals unserer Väter waren. Denn der kalte Verstand befriedigt nicht auf die Dauer, und eine in abgezogenen Begriffen sich ergehende Verneinung alles Höheren und Göttlichen genügt dem Menschenherzen nimmermehr, wird daS Volk hungern lassen nach Gott und Religion, bis es verzweifelnd, um doch an EtwaS sich halten zu können, sich wieder dem Aberglauben und dem Vorurtheil in die Arme wirft, welche das Herz verschlechtern, indem sie die Menschen einander entfremden. Gottes reines Gebot aber ist gegeben, die Menschen einander anzunähern, und ist verständlich Jedermann, auch dem