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Der israelitische Volkslehrer · 1851-01-01 · Heft 1 (Januar 1851) · page 9

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 1 (Januar 1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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vvm Standpvnkte femer Zelt. 9 wählt haben würde, um den Abscheu und die Bestrafung an den Tag zu legen. Denn das menschliche Gefühl bleibt immer dasselbe^ aber die Ausdrucksweise, worein Sitten und Schicklichkeitsregeln es kleiden, wechselt mit den Zeiten. — Wir wollen aber, g. Z., nachdem wir unseren Satz durch zwei Beispiele erhärtet, mehr dem Gebiete der äußeren Sitte entnommen, noch ein Beispiel anführen, welches, tiefer eingreifend, denselben noch mchr Ä 5i?:cr ganzen Wahrheit erscheinen lasse. Wir entnehmen dieses Beispiel dem öffentlichen Gottesdienste. Die Israeliten in ehemaliger Zeit konnten diesen sich so wenig ohne das blutige Opferwerk denken, daß dieses ihnen nehmen eben soviel hieß, als sie dem Götterdienste zuführen, wie es bei der Verordnung, daß die Kinder Israels beim Heiligthume opfern sollten, unverkennbar bemerkt ist: „damit sie ihre Schtachtopser nicht den Waldgöttern darbringen, denen sie nachzuhängen pflegen." (3 M. t7 17.) Es ist also klar, m. Fr., es war dies ein Zugestand n iß, einer tiefer stehenden Volksbildung dargebracht, nichts weiter; der Prophet Jeremias (7, 22) sagt deßhalb ausdrücklich: ich habe eueren Vorältern keinen Befehl ertheilt,alsich sie aus Aegypten führte., über Brand - und S chlachtspfer; wie sich auch unser großer Lehrer R. Kloses deu Zlaunon über diese Stelle in seinem Werke „der Führer der Verirrten" (IH, 32) klar und deutlich ausspricht, daß der Opferdienst nur eine Uebergangsform war, die lediglich beibehalten wurde, um daS Volk von der Vielgötterei zur Gottcseinheit zu führen. Ihr dürft daher ja nicht glauben, daß die Opfer deßhalb außer Uebung kamen, weil man des Tempels entbehrte, sondern umgekehrt, man konnte des Tempels entbehren, weil der Geist des Volkes über den Opferdienst hinweg zur Anbetung des Geistes im Geiste sich erhoben hatte. Zum Beweise diene euch, daß, als Jahrhunderte vorher die Juden, während der zweiten Tempelzeit, sich sehr zahlreich in Aegypten angesammelt hatten, sie in der That daselbst, weil der Volksgeist noch nicht so weit gekommen war, der Opfer entbehren zu können, einen eigenen Tempel baueten, wo der blutige Opferdienst wie in Jerusalem geübt wurde. Es ist also die Anbetung Gottes im

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