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Der israelitische Volkslehrer · 1851-01-01 · Heft 1 (Januar 1851) · page 7

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 1 (Januar 1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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vo« Standpunkte seiner Zeit. 7 Brust, den Zug des Herzens zu feinem Schöpfer, verklingen, erschlaffen lassest! Wende dich der himmlischen Lehre Israels mit ganzem Herzen zu; sie bietet vollkommmene Befriedigung jener Sehnsucht nach Gott; sie wird deiner Vervollkommnung als daS heiligste Mittel dienen: -NV'VN " NUN Die Lehredes Ewigen istvollkommen, NI'WO labt die Seele! (Ps. 19, 8.) Wie aber? wenn unser in die Thora mit frommer Scheu blickendes Auge dennoch Das und Jenes findet, was uns, von unserem Standpunkte aus betrachtet, nicht den Stempel jener Vollkommenheit zu tragen scheint? wie dann? ist es dann nicht weit ruhlnvoller für das Gesetz, so zu sprechen: Das war zu einer anderen Zeit, unter anderen Verhältnissen gegeben, und damals war's vollkommen gut, als daß wir sagen, das muß gelten für alle Zeiten, wenn wir auch das vollkommen Entsprechende für unsere Anschauungsweise bezweifeln müssen? Nehmen wir als das Nächstliegende vorerst nur ein unbedeutenderes Beispiel aus unserer Thoravorlesung. Wir lesen heute, daß der Herr den Knecht mit dem Ohrläppchen an seine Thüre anbohren sollte, wenn dieser im Erlaßjahre die Freiheit ausschlug. Der Talmud fügt hinzu: „Warum sollte vor allen anderen Gliedern gerade das Ohr gebohrt werden? Dcßhalb, weil dieses Ohr am Sinai gehört, ich bin der Ewige dein Gott, der ich dich aus dem Lande Aegypten geführt, aus dem Sklavenhause, also sollen die Söhne Israel Gottes, nicht der Menschen Knechte sein, und dieser Mann ging hin und wadd wieder der Knecht eines Knechtes, indem er das Joch eines Geschöpfes von Fleisch und Blut auf sich nahm, darum soll das Ohr durchbohrt werden, weil es nicht gemerkt, was es gehört!" (kiääusclnn 22, d. — ^alkut, Lxoö. 318.) DaS ist sehr schön gesagt, macht unseren alten Lehrern alle Ehre, den Wetth der Freiheit so hoch geschätzt zu haben. Unseren jetzigen Begriffen aber würde eine solche Handlung gewiß widerstreben; e5 würde uns als eine Herabwürdigung deS Menschen vorkommen, diesen wie einen Gegenstand angenagelt, zu

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