Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 13 (1921)
- Issue
- Heft 4-6 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 22 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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22 -Verlauf und Ergebnisse der erweiterten Vorstandssitzung d. V. f. d. l. F. in Deutschland Brinitzer, Breslau führt aus, daß in der Zeitungsfrage nur der prinzipielle Beschluß gefaßt werden soll; die t e chn i s ch e Durchführung müsse natürlich eingehender Kommissionsberatung Vorbehalten bleiben. Das beabsichtigen auch die Antragsteller. Der Name, der Sitz, das Format und dergl. der neuer: Zeitung sei ihnen Nebensache. Es kommt ihnen nur daraus -an, ein re,ligiös es und politischesOrgan, das allwöchentlich erscheint, als offizielles Organ der Vereinigung zu schaffen. Gegen die Ausführungen seines Vorredners „Zionismus und Liberalismus haben nichts miteinander zu tun" verteidigt er die Resolution der Iugendvereine. Er tritt für die Simultanschule ein. Dr. Kaelter, Danzig. Der zionistische Liberale darf, aus unseren Kreisen nicht ausgeschlossen werden. Redner schließt sich im wesentlichen den Ausführungen -von Dr. Goldmann, Leipzig, an. Aufseeßer, Nürnberg. . Palästinafragen, die nicht politischer Art sind, sollen für die Liberalen keine Agitationspunkte sein. So wie bisher kann das „Liberale Judentum" nicht bestehen bleiben. Die wenigsten Mitglieder nur lesen es. Dr. Fuchs, Chemnitz. Die Abwärtsbewegung unserer Organisation hat ihren Grund hauptsächlich in dem Worte „liberal". Vor hundert Jahren bei der Emanzipation war dieses Wort richtig. . Heute müßte es heißen: „positives oder ausbauendes Judentum". Dr. Vogelstein, Breslau bedauert die Kritik Goldmanns, weil sie die Vereinigung vom Standpunkt des. Gegners aus betrachtet habe. Er tritt der Ansicht entgegen, daß für die Tätigkeit eine Namensänderung von größerer Bedeutung sein würde. Er empfiehlt in der Zeitungsfrage den abgeänderten Breslauer Antrag. Dr. Tänzer, G ö p p in gen. Es sei bedauerlich, daß in der Debatte sich gerade die Rabbiner als Pessimisten und die Laien als Optimisten gezeigt hätten. Er schlägt als Namen vor „Vereinigung für libergle Erneuerung des Judentums". V a l k, Hamburg. * Die Rabbiner sollen -ein praktisches.Ganzes schaffen, das zum Handeln der Einzelnen anregt. Er tritt in der Zeitungsfrage fürven abgeänderten Antrag Breslau ein und» empfiehlt Kommissionsberatung. Unterdessen ist der folgende Antrag, unterschrieben von den Herren Dr. Dienemann^ Dr. Goldmann, Dr. Samuel, Dr. Norden^ Dr. David, Dr. Baerwald, Dr. Kaelter, Dr„ Fuchs, Lilienthal, Dr. Salzberger, Dr. Behrens, Dr. Levy, Dr. Seligmann, eingelaufen - „ W i r b e a n t r a g e n f o l g e n d e R e s o l u -- tion: Die am 16. Mai 1921. versammelten Mitglieder des Vorstandes- und die Vertreter der Ortsgruppen der Vereinigung für das liberale Iud'entum machen allen Ortsgruppen zur Pflicht, tatkräftigdafür einzutreten, daß der Rabbinerzu allen Vorstandssitzungen seiner Gemeinde mi't beratender Stimme hinzugezogenwird. Iustizrat P lo ns ker, B er l i n nimmt zu dem eben eingelaufenen Antrag, in zustimmender Weise Stellung. Er wendet sich nur dagegen, daß die Rabbiner im Vorstand auch beschließende Stimme haben, sollen. Er widerspricht der Anschauung des^ Herrn Dr. Norden, der behauptet hat, dasliberale Judentum haben keine politische Einstellung. Für die Umlage schlägt er vor, daß. jede Ortsgruppe mindestens Mk. 23.— pro- Mitglied an die Vereinigung abführen Müsse- Dr. Appel, Bingen. Die liberalen Rabbiner stehen und falleir mit der. Vereinigung. Wird diese aufgelöst,, so fehlt die Plattform für die Rabbiner. Lp lehnt eine Namensänderung ab. *; Lilienthal, Freiburg tritt mit temperamentvollem Nachdruck füo die Heranziehung der liberalen Lehrer ein. Nicht nurfür die Rabbiner sondern auch füp die' rechtliche Stellung der Lehrer muß dev Liberalismus eintreten. Die jüdischen Schulen sind eine Notwendigkeit für den Fortbestanddes religiösen Judentums. „ D'r. E r w i n Selig mann, Frank fürt- Die Vereinigung umschließt zwei wesensfremde Tendenzen, die sich beide als „Liberales Judentum" bezeichnen. Auf der einen Seite.-