Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 13 (1921)
- Issue
- Heft 4-6 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 21 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- — ■ — ” ~ ' ~ '! ' ” ' oo -Verlauf und Ergebnisse der erweiterten Vorstandssitzung d. V. f. d. l. I. in Deutschland 21 scheinen konnte. Die .finanziellen Schwierigkeiten müssen durch Erhöhung des Mitgliedbeitrags — ich schlage vor auf 20 Mk. — beseitigt werden. Durch Erhebung eines einmaligen freiwilligen Beitrags müßte das regelmäßige, allmonatliche Erscheinen der Zeitschrift mindestens für ein Jahr sicher gestellt werden. Ohne diese Sicherstellung sei es unmöglich, mit den Autoren in Verbindung zu bleiben und Dispositionen für die Zukunft zu treffen. Was die innere« Ausgestaltung des Organs betreffe, so müsse dasselbe, entsprechend den Wünschen und Bedürfnissen der Jugend und zahlreicher älterer Mitglieder der Vereinigung, in Zukunft aus einem wissenschaftlich-theoretischen und einem politisch-aktuellen Teil bestehen. Für den letzteren Teil könne am besten eine besondere Redaktion«geschaffen werden, die ihren Sitz in Berlin oder auch in Breslau haben könne. Den wissenschaftlich-theologischen Teil aber müssen die .liberaler: Rabbiner, unbeschränkt durch .irgend welche Redaktionskommission, leiten. Die liberalen Rabbiner sind die geistigen Führer des liberalen Judentums und müsse,: ihm in' der Zeitschrift Weg und Richtung weifen. Sie müssen irr größerem Umfang als bisher herangezogen und daran gewöhnt werden, unsere .Monatsschrift als ihr eigenes Organ anzufehen. Dann würden Rabbiner und Lehrer, die ebenfalls, herangezogen werden sollen, Propagandisten und Missionare der Zeitschrift und damit des liberalen Judentums selber werden. Stern übernimmt wieder den Vorsitz und eröffnet die Generaldiskussio.n. Rabbiner Dr. Gold mann, Leipzig schildert lebhaft die Jnteressenlosigkeit in den Kreisen der Liberalen und die Oberflächlichkeit des ..Gerneiudeliberalismus". Die Liberale Vereinigung ist leider nur politisch tätig, aber nicht religiös. Die liberalen Rabbiner werden durch die liberalen Organisationen nicht genügend unterstützt. Rur während der Wahlkämpfe sei der Liberalismus in seinen Organisationen zu erkennen. D'as beweise, daß er sich nicht als religiöse Bewegung betrachte. Diese Krankheit des .Liberalismus müsse überwunden werden. Es dürfe nicht nur eine materielle, sondern es müsse auch eine» ideelle Hilfsaktion einsetzen. Dr. Bäerwald, Frankfurt a. M. wendet sich gegen die Ausführungen seines Vorredners. Er fordert ein verständnisvolles und freudiges Zusammenarbeiten von Laien und Rabbinern,- für die berechtigten Forderungen der letzteren sei er selbst stets eingetreten. Was die Zeitungen betreffe, so sei der Gedanke einer Verschmelzung vorhandener Organe zu begrüßen. Wenige, aber gut redigierte Organe. Woyda, Berlin weist darauf hin, daß nicht nur die Rabbiner sich zu beklagen haben. Oft genug hat die Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugendvereine die Rabbirrer aufgeforbert, an ihrem Wirkungsorte liberale Iugendvereine zu gründen und sich bei ihr zu betätigen. Leider sei in den meisten Fällen von den Rabbinern dieser Appell nicht gehört worden. Tief bedauerlich sei, daß nur eirr bis zwei Prozent der deutschen Juden in der Liberalen Vereinigung organisiert sind. Die Arbeiten der Gottesdienst- und Gebetbuchkommission seien noch nicht abgeschlossen, hauptsächlich in Folge der. Schuld der Rabbiner. Er begründet dann den Antrag des Liberalen Vereins der Shnagogengemeinde zu Breslau und der Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Iugendvereine. Deutschlands, der folgendermaßen abgeändert worden ist: Die Unterzeichneten stellen den Antrag, die Monatsschrift „Liberales Judentum" und die allwöchentlich erscheinende Jüdisch-liberale Zeitung zum offiziellen Organ sämtlicher liberalen Vereine in Deutschland zu verschmelzen. Er glaubt, daß dieses vereirrigte Organ tue Keim^ zelle für neues Leberr innerhalb der Vereinigung sein kann. Rach der Mittagspause wird die Redezeit auf 10 Mirruten beschränkt. D r. Kau f -> mann, Cöln, tritt für den abgeänderten Breslauer Antrag ein, falls der Sitz des Organs nicht in Breslau zu sein braucht. Dr. Norden, Elberfe-ld beleuchtet die Schwierigkeiten, die den Rabbinern bei ihrem Wirken für derr Liberalismus erwachsen. Die liberale Bewegung kommt zu sehr ins politische Fahrwasser. Die Iugendvereine weisen keine Iugerrdlichkeit auf. Das beweise ihre Resolution in der Palästinafrage. Er wendet sich dann scharf gegen die Entschließung auf dem Liegnitzer Delegierten tag der Jugend, welche prinzipiell konfessionelle Schulen ablehnt.