Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 13 (1921)
- Issue
- Heft 4-6 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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o o Verlauf und Ergebnisse der erweiierien Vorsiandssißung d. V. f. d. l. I. in Deutschland 23 stehen die „jungen Juden" — nicht dem Lebensalter sondern der Gesinnung nach, — die aus dem Drang irrationalen Erlebens und Wollens heraus und im Streben nach Wissen und Erkenntnis für sich das Judentum erneuern wollen. Politik ist ihnen leidiger Ballast. Auf der andern Seite befinden sich die „Gemeindepolitiker", denen es nie ernst um den jüdischen Inhalt war. Die Verschmelzung beider Richtungen führt zu unwahren Kompromissen und lahmt dadurch die Schwungkraft der Bewegung. Hier muß Klarheit geschaffen und Entscheidung getroffen werden. Dr. Samuel, Essen. Der Rabbiner darf nicht Parteirabbiner fein, daher könne er und seine Kollegen nicht die liberale Jugendbewegung unterstützen, sondern trete' für neutrale Iugendvereine ein. Die Politik im Liberalismus ist auch notwendig, sie muß aber der Religion untergeordnet sein. Die Andersdenkenden müßten erkennen, daß allem Heiligen der Staub des Irdischen anhangt. Schlußwort: Dr. Selig mann, Frankfurt a. M. '; Er warnt in nachdrücklichen Worten da? vor. den Namen „Liberales Judentum" als Namen der Vereinigung und die Zeitschrift in ihrer Selbständigkeit als offizielles Organ der Vereinigung preiszugeben. Als Untertitel für die Zeitschrift schlägt er für die Zu-? kUnft vor: „Monatsschrift für die religiöse Erneuerung des Judentums". Das Politische soll seine Stelle in der neuauszugestaltenden Zeitschrift finden. Erstrebt werden müsse ein vierzehntägiger oder besser noch ein allwöchentliches Erscheinen dieser so umgeänderten Zeitschrift. Der Bund der Rabbiner und Laien, als welche die Vereinigung für das Liberale Judentum erscheint und heute erneut zum Ausdruck gekommen ist, müsse unter allen Umständen aufrecht erhalten und in dem Organ der Vereinigung zum äußeren Ausdruck gebracht werden. In diesem Zeichen werden wir siegen. . Schlußwort: Stern, Berlin. Die Trennung zwischen politischem und religiösem Handeln in Gemeindefragen ist unmöglich. Er bekämpft aufs schärfste die. Auffassung, aus Opportunitätsgründen irgerid wo anstelle eines Jüdisch Liberalen Iugendvereines einen neutralen Iugendverein zu gründen. Ein neutraler Verein gäbe doch nicht die Gewähr, aus die Dauer nicht zu Parieizwecken benutzt zu werden. Er wendet sich entschieden gegen eine Namensänderung. Nunmehr-werden folgende Beschlüsse gefaßt: 1. 2m Lause dieses Jahres soll in Berlin eine Hauptversammlung stattsinden. Die Tagesordnung soll der Arbeitsausschuß festsetzen. 2. Der Arbeitsausschuß wird neu gewählt. Er besteht nunmehr aus folgenden Herren: Rechtsanwalt Stern, Berlin - Rabbiner Dr. Baeck, Berlin; Bruno Woyda, Berlin; Rabbiner Dr. Seligmann, Frankfurt a. M.; Aufseeßer, Nürnberg. Der Ausschuß ist beschlußfähig bei Anwesenheit von drei Mitgliedern. 3. Die Vereinigung erhebt vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung von sämtlichen Vereinen pro Mitglied einen Jahresbeitrag von Mk. 10.— 4. Die Vereinigung veranstaltet eine einmalige Umlage, derart, daß die Ortsgruppen pro Mitglied Mk. 23.— an sie abzuliefern haben. 5. Es wird einstimmig folgende Resolution gefaßt: ' Die am 16. Mai versammelten Mitglieder des Vorstandes und die Vertreter der Ortsgruppen der Vereinigung für das liberale Judentum machen es allen Ortsgruppen zur Pflicht, tatkräftig dafür einzutreten, daß der Rabbiner zu allen Vorstandssitzungen seiner Gemeinde mit beratender Stimme hinzugezogen wird. 6. Zur endgültigen Lösung der Zeitungsfrage wird eine Kommission gebildet, der die gestellten Anträge als Material überwiesen werden. Sie besteht aus folgenden 7 Mitgliedern: Rabb. Dr. Seligmann, Frankfurt a. M.» Jacob Valk, Hamburg, , Alfred Bielschowsky, Breslau, Kurt Brinitzer, Breslau, Iustizrat Plonsker, Berlin, Rechtsanwalt Stern, Berlin. Bruno Woyda, Berlin. Rechtsanwalt Stern, Berlin dankt den Erschienenen für die Mitarbeit und schließt die Sitzung um 5 Uhr 30 Min.