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Liberales Judentum · 1920-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1920) · p. Seite 58

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Journal
Liberales Judentum
Volume
12 (1920)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1920)
Date
1920-07-01
Page
Seite 58 (sequence 10)
Language
German
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58 Bericht über die erweiterte Vorfiandssttzrmg fc Vereinig, f. d. lib. Ipdenium in Deutschlarch «o Die liberalen Jugend vereine brühten m ihren Anträgen ein Programm, das der Propagierung liberalen Judentums und der Ausbreitung der Vereinigung zugleich dienen fall. Er bitte um. mogiichA einstimmige Annahme dieser Anträge. Aufsesser, Nürnberg, bedauert vor allem den mangelnden Zusammenhang zwischen Zentrale und Provinz. Sctbft die Indifferenz in weitesten Krrifen Zugegeben, müsse von der Zentrale immer wieder der versuch gemacht werden, die einzelnen Gemeinden aufzurütteln und für unsere Sache zu werben. Die Vorwürfe der Jugend seien in ihrem Ilern gewiß nicht unberechtigt. Es sei aber durchaus ungerecht, im allgemeinen den älteren Generationen mangelrides Interesse für unsere Aele vorzurverfen, und dieses für die Jugend allein zu reklamieren. Nur aus der verständnisvollen ^rsammerrarbeit aller Telle gegen die immer mehr überhandnehmende Indifferenz sei Besserung zu erwarten. Lipschitz, Berlin, führt aus: Die liberale Vereinigung fei gewissermaßen schon zu spät gegründet und schon damals habe infolge der Sünden, die sich die früheren Generationen haben zuschulden kommen lassen, die Indifferenz überhand genommen. Es fei schwer, bei derart mangelhaft vorbereiteten Rlenschen das Versäumnis nachzuholen und jetzt noch Interesse zu erwecken für Fragen, für die jede Vorbereitung fehle, f^btju komme, daß die Fassung eines liberalen pro«* gramms wegen der Vielfältigkeit der liberalen Anschauungen größte Schwierigkeiten biete. Die Zeitschrift bringe zu wenig aufklärendes Rlaterial über die Grundfragen des Judentums. Notwendig sei eine große regelmäßig erscheinende lcherale Wochenschrift, die in ganz Deutschland den liberalen Gedanken lebendig erhalte. Kutschinski, posen, dankt für die Worte des Gedenkens, die der Vorsitzende den Juden in den abgetrennten Gebieten gewidmet hat. Die Unterstützurig der Jugend sei Ehrensache, der liberalen Vereinigung ihre wichtigste Aufgabe Es müsse eine großzügige Propaganda einsetzen, man müsse an die Ortsgruppen herantreten mit dem Ersuchen, Geld zu sammeln; denn bei einer derartigen FinanSage sei an ein geregeltes Arbeiten überhaupt nicht zu denken. Es tritt eine pause ein. Nach der pause wird zunächst die Frag e der Vorstandsvahl besprochen. Nach sehr ausführlicher Diskussion wird auf Antrag von Fuchs, Chemnitz, beschlossen, die Wahl bis spätestens September durch schriftliche Umfrage zu erlogen. Es ist hierzu folgender Antrag erngegangen: „Die Unterzeichneten Organisationen, die auf dem Delegiertentag der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland vertreten sind, bitten den Vorstands der Vereinigung, bis spätestens September 1920 einen h Vorsitzenden zu wählen und schlagen ihrerseits Herrn Rechtsanwalt Stern vor. . Berlin, den 30. 5. 20. verein für liberales Judentum Nürnberg- Aufsesser; Verein für liberales Judentum München, well; Ili -Breslau, Alfred Berger- Liberaler verein der Synagogen-Gemeircke VreÄau, Walsch; Erich Bayer; Frau Borckau, Königsberg; Ilr-Ciegnrtz, Trude Schneider; Ili--Berlin, woyda; III- Potsdam, £. Josephsohn; Schreiber, Potsdam." Dr. Wertheim, Berlin, erläutert nunmehr die Thesen der Kommission für Gemeindepolitik nebst den Llberfelder Verbesserungsvorschlagen. Er beantragt, da die Thesen aus dem Jahre stammen und Krieg und Revolution eine Umwälzung in den diesbezüglichen Anschauungen herbelzeführt haben. ZurückVerweisung an die Kenni rmssion zur schleunigen Umarbeitung unter Verwertung der Elberfelder Zusatzantrage und des Berliner Gemeindeprogramms. walsch, Breslau. Die Stagnation unserer Bewegung beruhe auf zwei Mängeln, einmal auf dem äußeren, daß in den Ortsgruppen die Verjüngung nicht mit der Zeit fortgeschritten sei. Führer in den Ortsgruppen feien meistens Herren, die mit andern jüdischen und beruflichen Arbeiten zu stark überbürdet und daher nicht in der tage seien, der Arbeit der liberalen Vereinigung ihre ganze Kraft zu widmen. Das fei . aber

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