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Liberales Judentum · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 46

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Journal
Liberales Judentum
Volume
12 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 46 (sequence 14)
Language
German
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46 Rundschau fast unersetzliche Quelle für die Familienforschung. Und wenn aus diesen Gesichtspunkten heraus auch für die Zukunft der Inschrift ein breiterer Raum gewährt werden müßte, so noch besonders, weil in ihr dem Grabmal seine individuelle Prägung gegeben wird, weil esj zur Hebung seines inneren Wertes geboten ist. — — Sollte es gelingen, die in vorstehenden Ausführungen angedeutete Reform zu verwirklichen, so würde der Forderung des Herrn Itzig insoweit Genüge geschehen, wie es der Natur der Sache angemessen ist. Allzu krasse und aufdringliche Unterschiede würden vermieden, ein gewisser Ausgleich wäre geschaffen. Auf der anderen Seite aber blieben noch -hinreichende Möglichkeiten, den Schönheitssinn zu befriedigen und der Individualität gerecht zu werden. Zugleich aber würde dein Jüdischen Grabmal eine größere Verinnerlichung verliehen werden. Rundfchau. Berlin. Arr liberale Verein für dir Krigrlrgrrchrrteri der jüdischen Gemeinde stellte folgendes Mahjprograwm auf: Me jüd. Gemeinde ist eine Religionsgemeinde. wir lehnen ihre Umwandlung irr eine Volksgemeinde (politische Vertretung der Juden als einer nationalen Minderheit) ab. wir bekämpfen alle nationaljüdischen Bestrebungen innerhalb unserer Gemeinde. wir fordern: I. auf religiösem Gebiet: Gleichmäßige Berücksichtigung aller religiösen Richtungen. 2. Für den Gottesdienst in den Synagogen mit liberalem Ritus: a) Erweiterte Anwendung der deutschen Gebetsprache. b) Ausbau des Gemeindegesangs. e) Rein Sabbat- und Festgottesdienft ohne predigt oder Schrifterklärung. 6) Ausschaltung aller vermeidbaren Gängen. 3. Einführung von regelmäßigen Lehr- und Erbauungsvorträgen in den Synagogen. XL auf dem Gebiet des Bildungswesens: Förderung der Wissenschaft des Judentums. 2. Verbreitung der Kenntnis vom Judentum durch Unterstützung der jüd. Volkshochschule und ähnliche Bestrebungen verfolgender Vereine. Errichtung jüdischer Lesehallen und Bibliotheken. 3. Gleichstellung des jüd. Religionsunterrichts in den öffentlichen Schulen mit den christlichen. Fachmännische Beanfsichtigung des gesamten jüdischen Religionsunterrichts. 4- Weckung und Stärkung des religiösen . Bewußtseins der jüd. Jugend durch' Ausbau des Unterrichts in jüdischer Religion, Geschichte und Literatur. Die hebräische Sprache ist soweit zu lehren, daß das Verständnis der Gebets herbeigeführt und eine Einführung in die Quellen ermöglicht wird.. 5. Den reiferen Schülern.sind die gesicherten Resultate der Wissenschaft zugänglich zu machen. 6. Einrichtung von Fortbildungsschulen für die schulentlassene Jugend. 7. Förderung der jüd. Iugendvereine ohne. Rücksicht auf die religiöse Richtung. 8. Ausbau der ergänzenden Lrziehungsfürsorge für Uleinkinder und Schulkinder. III. auf sozialem Gebiet: 1. Förderung der Liebesdienste an Kranken, Sterbenden und Toten. 2. Zeitgemäßer Ausbau der Armenfürsorge, Waisenpflege und . Altersversorgung. Stützung der wirtschaftlich Schwachen durch Förderung bezw. Neuschaffung geeigneter sozialer Einrichtungen. 5. Förderung von Handwerk und Bodenkultur^nter den Juden. IV. aijPbem Gebiet der Verwaltung: s. Beseitigung des Gesetzes vom 23. VII. 18^7 und Schaffung einer Gesamtorgani- « sation der jüdischen Gemeinden Deutschlands. 2. Zusammenschluß aller Juden Groß- Berlins zu einer' einzigen leistungsfähigen Gemeinde und Verhinderung aller Trennungsbestxebungen. -

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