Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 12 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3126481-3126600-3126601--2537-3129394- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
12 Rundschau nächst die Aemter in der gleichen weise, wie roi Vorjahre, verteilte. was die in der letzten Generalversammlung gefaßten Beschlüsse angeht, so hatte sich der Vorstand zunächst mit dem ihm als , Material überwiesenen Antrag auf Erhöhung des Beitrags zu befassen. Nach eingehender Erwägung wurde beschlossen, von dieser Erhöhung des Mitgliederbeitrags vorläufig Abstand zu nehmen. Es wird fid? allerdings fragen, ob für die Zukunft angesichts der allgemeinen außerordentlichen Teuerung, die insbesondere auch für den Verein in den Aufwendungen für Drucksachen, Saalmieten, Heizungskosten usw. ihren Ausdruck findet, es bei dem geringen Mitgliederbeitrag von 2TL \ — verbleiben kann. . Bezüglich der Mitgliederwerbungtrat der Vorstand ebenfalls in Tätigkeit und hatte insofern einen gewissen Erfolg zu verzeichnen, als ein nicht unerheblicher Zugang an Mitgliedern 'sowohl für den Verein, als auch für die Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland, zu verzeichnen 'war. Allerdings wird der Zugang im wesentlichen ausgeglichen durch nicht unerhebliche Abgänge an Mitgliedern. Eine besonders ein- ** gesetzte werv ekonnnission trat in Tätigkeit und nahm irrsbesondere eine besondere Agitation^ . im iDstendbezirk der Stadt in Aussicht. ^Dieselbe sollte jedoch auf einer besonders aufzustellenden Liste geeigneter, in diesem Stadtteil wohnender Glaubensgenossen fußen. Die Liste war bisher noch /nicht zu beschaffen, sodaß eine umfangreichere Tätigkeit in dieser 'Beziehung leider noch nicht veranstaltet werden konnte. Die letzte Generalversammlung hatte weiter beschlossen, im letzten Wirrter Lehrvorträge zu veranstalten und hatte dem Vorstand anheim gegeben zu erwägen, ob dieselben am Anschluß an den sonntäglichen wochengottesdienst in der großen Synagoge abgehalten werden könnten. Der Vorstand hat diese Angelegenheit in eingehende Erwägung gezogen, kam aber zu dem Ergebnis, daß die Abhaltung der Vorträge im Anschluß an den Wochengottesdienst schon aus technischen Gründen nicht möglich sei, einmal weil die Stunde für das große Publikum nicht geeignet sei und andererseits, weil die große Synagoge während des größten Teils des winters nicht geheizt werden könne und die Wochentagssynagoge in der Rönigsteinerstraße nicht geeignet für derartige Vorträge erscheint. Zn- \ folgedessen wurde beschlossen, lediglich' die ' Herren Rabbiner zu Lehrvorträgen unab- ' hängig vom GotteÄnenst aufzufordern. Es.; haben sich auch die Herren Dr. Seligmann, Dr. Lazarus und Dr. Salzberger bereit erklärt, Vorträge über die, Thora, dis Propheten und die anderen biblischen Schxiften zu halten. Die Vorträge haben in der Zeit vom % bruar bis 13. April regelmäßig Sonntag vormittags in dem vorraum der Synagoch an der Rönigsteinerstraße stattgefunden my v hatten sich eines außerordentlich zahlreich^ „ Besuchs zu erfreue,:. Den Herren Vortragech - den sei auch an . dieser Stelle nochmals .der^'! herzlichste Dank des Vereins ausgesprochen. \ Außer den Lehrvorträgen hat der verr ein noch einige Vereinsversa,nmlungen teil- | weise allein, teilweise mit dein jüdischen Zut gendverein ^veranstaltet, in welchen unter anderem Herr Dr. Lazarus und Herr Dr. Strauß Vorträge über die zionistische Gefahr hielten und Herr Zustizrat Dr. Auerbach über die Bedeutung der neuen Genreind'everfassung, insbesondere für die jüdische Jugend referierte. Gemäß der in der letzten General- / .Versammlung erteilten Ermächtigung nahm i; der Ausschuß des Vereins eine große Anzahl^ von Zuwahlen. vor. Es wurden kooptiert die Damen 'Frau Dr. Paula Nassauer und Frau Professor Lohn, sowie die Herren Hermann wronker, Alfred Landsberg, Robert Frank, Dr. Eduard Strauß und Georg. Marcus. von letzteren lehnte Herr Robert Frank die Wahl ab, worauf Herr Oberlehrer Dr. Hirsch in den Ausschuß kooptiert wurde. von den in der letzten Generalversammlung in den Vorstand gewählten Damen lehnte Frau Professor Apotant die Wahl ab. An ihrer Stelle wurde Frau Holzmann kooptiert. Der Vorstand und der Ausschuß des ' Vereins haben einen schweren Verlust dadurch erlitten, daß zu Beginn des Geschäftsjahres Herr Geh. Sanitätsrat Dr. Zaffs durch den Tod abberufen wurde. Mit ihm verliert der Verein ein außerordentlich wertvolles und für die Sache des jüdischen Liberalismus immer mit hervorragendem Eifer, größter Hingebung und bestem Erfolg tätig gewesenes Mitglied. Die durch das Ableben des Herrn r Geheimrat Zaffö frei gewordene Stelle wurde! zunächst nicht wieder besetzt. Als jedoch im