Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 11 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 94 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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94 Bücherschau verneinen wäre, würde — daran wird kaum ein Zweifel sein — seitens der Siaatsb^ Hörde keine Schwierigkeit in Bezug auf die alsbaldige Einführung des neuen Werkes gemacht werden können. Dafür bürgt der durch und durch demokratische und soziale Geist, der den von der Rommission ausgearbeiteten Verfassungsentwurf von Anfang biszu Ende erfüllt. Dafür bürgt uns weiter das verständige Zusammenwirken aller Richtungen, das die berechtigten wünsche aller Gemeindemitglieder als befriedigt erscheinen laßt, sodaß somit dieser neue Entwurf tatsächlich dem Begehren der gesamten Frankfurter Israelitischen Gemeinde Rechnung trägt, — eine Tatsache, der sich die Staatsbehörden zweifellos nicht verschließen -werden. Es ist zu hoffen und zu wünschen, daß die noch für die Einführung der neuen Verfassung zu erledigenden Arbeiten materieller und formeller Natur mit tunlichster Beschleunigung geleistet werden, was die eingesetzte Rommission in dieser Beziehung tun konnte, ist geschehen. 2luch die Gemeindebehörden haben ihre Rlitwirkung in der beschleunigten 2lbwicklung all dieser Arbeiten nicht nur Mgesagt, sondern auch betätigt, indem sie beispielsweise bereits mit der Aufstellung ,der neuen Wählerlisten begonnen und die Vorbereitungen zur Einführung einer, Wahlordnung getroffen haben. Unter diesen Umständen besteht die Aussicht, daß die Neuwahlen für die „Gemeindevertretung" auf Grund der neuen Verfassung und nach dem neuen Wahlmodus schon in verhältnismäßig kurzer Zeit werden vorgenommen werden können. Hoffen wir, daß das ganze Werk zum Segen der Frankfurter Israelitischen Gemeinde gedeihen möge und daß öie auf Grund der neuen Verfassung in Tätigkeit tretenden Gr-, gane in demselben Geiste zum Besten der' Frankfurter Gemeinde ^wirken mögen, in dem die an der Neuordnung der Verhältnisse und der Schaffung der neuen Verfassung tätig gewesenen Rcänner und Frauen zu arbeiten ehrlich sich bemüht 'haben. Bücherfchau. Eugen Fuchs: „Um Deutschtum und Judentum". Gesammelte Reden und Aufsätze I. Rauffmann Verlag. Frankfurt am RIain. $19- Die überragende Persönlichkeit des lang- , jährigen Führers des Zentralvereins strahlt aus dieser Sammlung von Reden und Auf-, sätzen in ihrer ganzen Fülle, Vielseitigkeit, ihrem Weitblick und ihrer folgerichtigen Entwicklung hervor. Was Fuchs seit dem Jahre *89$ gesprochen und geschrieben über die Fragen des Antisemitismus, des Zionismus, der jüdischen Grganisation, des Gleichberechtigungskampfes, der geistigen Synthese von Deutschtum und Judentum gibt ein getreues Bild nicht nur der Geschichte des Zentralvereins, sondern auch der inneren und äußeren Entwicklung des Deutschen und damit im wesentlichen auch des Weltjudentums im letzten Vierteljahrhundert. Ein goldener, aber? nicht leichtsinniger Optimismus durchweht ^as Buch, ein sicherer Glaube an den Sieg des Guten, wahren. Gerechten, ein unerschrockener Rkut, der offen auch eigene Irrtümer eingestqht, eine gesunde und fast stets unfehlbar richtige Beurteilung der Situation und eine bewundernswerte Fähigkeit, das Richtige im richtigen Augenblick zu treffen. Umfassende Fülle des Wissens, des allgemeinen wie jüdischen, Reichtums des Inhalts, schöner, leichtverständlicher Stil machen diesen Sammelband zu einer wertvollen und zugleich genußreichen Lektüre. tandesrabbiner Rieger: „Ein Vierteljahr- Hundert im Rampf um das Recht und die Zukunft der deutschen Juden". Dieser 'interessante und inhaltreiche Rückblick auf die Geschichte des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in - den 25 Jahren seit seiner Gründung wird wegen seines belehrenden und durch den Nachweis der geleisteten Arbeit das vertrauen auf die bessere Zukunft stärkenden Inhalts allgemein begrüßt werden. Rabbiner Dr. Jacob: „Rrieg, Revolution und Judentum". Dortmund \9$. Ein Vortrag im Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Dort-