Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 11 (1919)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1919)
- Date
- 1919-09-01
- Page
- Seite 75 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Kutiner: Szenische Bilder aus der jüdischen Geschichte. 5. Maimonides * 75 Wem, was die fpätre Zeit gelehrt und die Gaonen, nhcht im Kopf und nicht zur Ljand, Der findet,, was er braucht, in meinem Merk. Daß ich dabei des Talmuds Ordnungen Nicht folge, sondern eigne Mege gehe. Den Ungeheuren Stoff genau zu gliedern, Das ist mein Recht, wie jedes Denkenden Und ist in unsrer Thora nicht verboten. . Der erste. Man wirft dir arge Hetzereien vor. Maimonides. Mas kann ich gegen die Unwissenheit, Mas gegen die-Gedankenlosigkeit? -Gedankenlos -er Tradition zu folgen. Kritiklos an Autorität zu hängen. Das, leider! ist für viele Frömmigkeit. Daß ich nicht an den Buchstaben mich - klammre. Daß mir etwa die Schlang' im Paradiese Nicht spricht, nur Sinnbild der Verführung ist; Daß ich nichts weiß von £}öttr und Paradies; Daß. nur die Seele' ew'ges Leben hat, Und zwar ein körperloses; daß Gott selbst. Unkörxerlich, und jede leibliche Bezeichnung ketzerisch ist; daß ich scheide Gesetze Moses und rabbinische — ' Denn Meinungen der Saburäer und Verordnungen, die nur Vorsorge sind. Und gar Ginrichtungen so mancher Zeit — Das alles ist noch keine Ketzerei. Um reine Gotteskenntnis zu verbreiten-. Das Judentum in seinem Glanz zu zeigen, 'Daß seine kehren erst das Fundament Für die Philosophie geworden, sind — _ Dies und nichts andres ist mein hohes Ziel. D er zw eite. Und das wirst du erreichen! Denn uns allen Sind erst durch dich die Augen aufgegangen: In einen Garten, lieblich und voll Reiz, Gast du des Talmuds Labyrinth verwandelt. Mit Monne wandeln wir in diesem Garten. - Maimonides. Ich bin ein Mensch, dem Irrtum unterworfen: Drum nehm' ich stets mit Dank Belehrung an, Mie ich dem Rabbi Jona aus Lunel Gemeldet habe, der Ausstellungen Mir schrieb, und 'bin ihm dankbar für Kritik. Verdächtigungen aber, die aus Bosheit, Unwissenheit und Ehrgeiz sind geboren. Sie üben keinen Einfluß auf mein Urteil. Mir sprechen noch gelegentlich davon. Doch gehen wir. ein wenig noch ins Freie, Daß Sabbat auch dem Leib Erholung schaffe; Denn nicht Rabbiner nur bin'ich bei euch'. Denkt, meine Lieben, dran, daß ich auch ArA ci in Montpelüer, im Jahre Salomo ben Abraham, 'Rabbiner in .Montpellier, und seine Schüler, Jona ben Abraham aus Gerona, .- David ben Saul aus Montpellier. ' . Salomo. Seit dreißig Jahren ist. Maimuni tot, . Doch wirkt der Tote noch verderblicher Als er es lebend tat Denn auch den More, In Tibbons Uebersetzung, liest nun jeder. Und immer allgemeiner wird der Abfall. Maimuni war ein religiöser Mann, Doch seine Jünger spotten des Gesetzes, Und ihre ganze ReLgion besteht In philosophischer Erkenntnis Gottes. David. Die mit dem Munde Gott verherrlichen Und Tod und Gift auf ihrer Zunge haben. Jona. Sie bessern aus die.Risse an dem Bau Und reißen nieder seiner Mauern Schutz. Salomo. vergebens haben wir in Bann gelegt Maimunis Schriften, sowie alle die, - Die irgend einer andern Missenschaft Obliegen, als der Thora uwd dem Talmud. Mir stehn allein. Denn die Rabbiner von Nordfrankreich, haben ihre Zustinimung Zum Bann, den wir verhängt, zurückgezogen. Durch Samuel Sapartas Brief betört. Seit Daniel ben Saadja tot, schweigt auch Im Morgenlande jeder Widerspruch. Und da nun gar die span'schen Maimunisten, Geführt von Bachick und Salomo, Den Brüdern, die Gemeinden Aragons, . Kastiliens, Narbonnes und noch andrer vereinigten zum Banne gegen uns, Steht unsre Sackte schlimmer als zuvor. Jona. verzweifle nicht! Noch stehen Männer uns Zur Seite, deren Namen etwas gilt. Mas schrieb dir Zlbulafja aus Toledo? Hat er dich rächt ermutigt und belobt? Tal nicht der Arzt Alfachar ebenso?