Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 11 (1919)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1919)
- Date
- 1919-09-01
- Page
- Seite 74 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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74 Dr. Kuttner: Szenische Bilder aus der jüdischen Geschichte. 5. Maimonides Des Leibes Auferstehung leugnet ,er, - - -" - Und das, bei meinem Leben! widerspricht Der' Meinung und dem Glauben unsrer weifen. y°na-... Das mag ein Mißverständnis sein; mir ist Das nicht ganz klar; laßt uns Maimuni fragen! ' Salomo. Er hat die Auferstehung kaum berührt. So daß man sieht, er halt nicht viel davon. . - Abraham. ' warum beschuldigt -er der Ketzerei 3edweden, der sich leiblicher Bezeichnungen Für den reingeistigen Gott bediente? 6), Es gab schon Größere und Bessere . . Als dieser Maimonssohn, die das getan! — Sucht weiter, wie bisher, die (Quellen auf Und trauet dem Maimuni nicht, so gut Erbost auch urteilt, wie ich gern gestehe. David. Das ist es eben, was gefährlich wirkt. Die Schlange lauert unter duftigen Blumen. Er glaubt nicht an das Wort; er grübelt stets Und sucht nach Gründen! Und wie schaltet er Mit der Hagada oder mit den Wundern! Die sucht er all' natürlich zu erklären. Die Prophetie ist kein Verkehr mit Gott, 3$. nur erregte Phantasie! Genug: Nicht an das Wort, wie es geschrieben steht, Hält sich der Mann, willkürlich deutet er's Und glaubt nur, was chn die Erfahrung lehrt. Zum Schutze gegen solche Ketzereien Kenn' ich ein einziges Mittel nur: den Bann b Zona. Du bist der Schüler Abrahams ben David, Und heil'ger Eifer hat dich fortgerissen. Doch deick ich, daß uns alle noch beseelt Die Ehrfurcht, die wir einem Manne, wie TUaimuni schulden, dieser Fahne der Gelehrten, diesem Unvergleichlichen! Laßt uns, was wir ihm vorzuwerfen haben, 3rc einem Schreiben niederlegen und 3hm senden nach Fostat (ich will es schreiben) Und sehn, was er darauf antworten wird. Abraham. Es soll geschehn! So üben wir Geduld Und kommen friedlicher vielleicht ans Ziel. Doch auch in Bagdad, wie mir ward berichtet, 3st Samuel Halervi und sein Lehrhaus Erbittert; auch Toledo rüstet sich . Zum scharfen Widerspruch. So laßt uns hoffen, - v Daß unsre heilige Sache siegen wird! d) in Fostat (Alt-Kairo), an einem Sabbat-Nachmittag um \200. Maimonides (Maimuni), Arzt und Rabbiner zu Fostat, einige angesehene Gemeindemit- . g lfeder. . Einer. - " ~ _ verehrter Rabbi, den die 3udenheit Der. drei Weltteile längst mit Ehrfurcht nennt, -. Des Rat und Meinung allen heilig gilt. Mit Mißbehagen haben wir gehört. Daß mancher Mann!in Asien und Europa Dir nicht nur widerspricht und heftigzürntz. Nein, auch der Ketzerei dich angeklagt. Dich, der die Augen 3sraels erleuchtet. Es aus Unwissenheit emporgezogen. Die Schwankenden zurück zur Fahne brachte h Lin anderer. Der Ketzerei dich, der dem 3och der Thora Sich allezeit in frommer Demut beugt! Ein anderer. f Und daß du dich in deinem Werk von der Philosophie läßt leiten, dieses fei Unjüdisch und darum verdammenswert. Maimonides. Eereifert euch', Geliebte, nicht zu sehr! was die Philosophie -betrifft, so hört! Gewiß ist 3udentum und Wissenschaft Kein Gegensatz für den, der's recht versteh; Sie stellen nur verschied'ne Wege dar. Zum Urgrund aller Dinge vorzudringen; Doch manche nennen jedes Denken sündhaft. Mit Unrecht. Denn gedankenloses Tun, von jeder geist'gen Basis losgelöst, 3st nicht einmal im Sinne unsrer Thora, Die Denken und Erkennen stets betont; 3st nicht das 3udentum der großen Männer: Des Gaon Saadja, des Bechai pakuda. Des Abraham ibn Daud und mancher andern. Ein anderer. Sie tadeln auch, daß du den Talmud willst verdrängen durch dein Werk. .Maimonides. Das will ich nicht. Nur wer nicht selbst kann in den Talmud dringen.