Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 11 (1919)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1919)
- Date
- 1919-09-01
- Page
- Seite 76 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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76 Dr. Kuitner: Szenische Bilder aus der jüdischen Geschichte. 5. Maimonides Und zu Gerona inahnt Moses ben Nachman — . * Mbzwar kein Antimaimunist: — nicht vorschnell - - Auf unfern Bann mit Gegenbann zrr dröhn. Salomo. Das weiß ich wohl; weiß auch, daß David Kimchi Trotz seines Alters keine Reise scheut, •! Den Zwiespalt auszugleichen, doch vergebens, rvarurn? weil dieser David,.wie auch Moses, . , ' Richt Fisch ist und nicht Fleisch. Mit Halbheiten Erreicht man nichts. Der Sieg des Maimunismus ' Gefährdet' den.Bestand des Judentums. Drum ist's ein heil'ger Kampf. Der Schlachtruf lautet: Lsier Tradition, und hier Philosophie! - . . Jona. Wer aber soll denn die Entscheidung fällen? Salomo. So .höret meinen f)lan! Der Rampf für Gott . Ist nicht mit Sanftmut nur und Milde zu Bestebn; man muß, wenn's anders nicht kann fein, ' , Den Abfall m i t G e w a l t zu Boden schlagen. Der,rechte Eifer scheut vor nichts z u.v ü ck. ' Jahrzehnte kämpf' ich schon; ich willden Sieg - - - - -*# 3n diesem guten Kampfe' noch erleben. Und geht das über meine Kraft, so weiß Ich einen Bundsgenossen, der mir hilft. David. 0 nenn' ihn uns, daß wir ims mit dir freu'n! Salomo. Ihr kennet ihn, sobald ich ihn genannt. Mit schwerem Kerzen ruf' ich ihn herbei; Doch unsrer Väter Glauben zu erhalten. In dem sie frei und glücklich sich gefühlt Und den jetzt die Philosophie bedroht. Muß etwas Ungewöhnliches geschehn. ~ - I ona. Du folterst uns! So sprich es endlich aus. Das Ungewöhnliche! Salomo. ' Ihr wißt, die Kirche Bestraft mit großer Strenge ihre Ketzer; Ich bitte sie, auch unsre Ketzer zu verfolgen und zu strafen. „ _ David. . ' . Unerhört! Das wolltest du, mein Meister! - . -- Salomo. - . warum nicht? Mein Kampf gilt einer guten Sache; wer Mijr dabei hilft, des Lfilfe nehm' ich an. Jona. Du bist der Aeltere und weisere,' Und dich zu, meistern steht mir übel an. Da nid. wenn aber die Dominikaner sich In unsre Sachen einzumischen weigern? , Salomo. ' 0> das befürcht' ich nicht. So mancherlei. Was Ketzerei im Judentums ist. Ist auch im Christentums Ketzerei. Genug hiervon.! Doch einer von euch beiden Begleitet mich zur Inquisition; Und da es einer nur kann sein, so sei - Es Jona, willst du? . - : Jona. , Ja, wenn du befiehlst! Im Dominikanerkloster zu. Montpellier, ' - Der Kardinal-^egat, die Mönche (Lellani und Arnold!, Salomo und Jona (mit Schriften von Maimuni). Kardinal. Sind die Rabbiner da, so laßt sie ein! Lellani. Sie sind es, Eminenz! \ - Kardinal. Fühk. sie herein! 'Salomo (sich verbeugend). Gelobt sei Gott! Kardinal. ' In alle Ewigkeit! was wünscht der Rabbi von dem Kardinal? Salomo. Der Juden Gott . ist auch der Gott der Lbristen; wir kämpfen beide für denselben Gott; Und ob sich Synagog' und Kirche trennen, Sie glauben beide, daß die Welt aus nichts Von Gott geschaffen; daß des Menschen Seele Unsterblich sei; daß wir einst auferstehen Und Gut' und Bose ihren Lohn emxfahü.