Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 11 (1919)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 40 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 MlWßefiore: Die Gefahren des Zionismus für Inden und Judentum von Nutzen laö Vorteil sein wird? wie soll das möglich so»? Eingenommen, daß in Gesterreich, DeutschLnd, Nußland oder Polen A?rtisemitis???us hrerscht. wird der neue jüdische Staat Einspruch erheben? ifnS würde dieser Einspruch in die inneren ^lngelegenheiten eines anderen Landes von irgend welctx'm Nutzen sein? Dder wird der neue Staat seine große 3rmee und seine mächtige Flotte aufbieten, um die antisemitische Nation zu bezwingen? Aber wenn wir auch auf diese Albernheit«» nicht eingehen, so muß doch folgendes gesagt werden: Der neue jüdische Staat wird ßcher unter dem Protektorat von England oder Frankreich stehen oder unter dem protiÄorat dieser beiden Staate?! gemeinsam. Das wird eine, herrliche Besitzung sein> die ebenso scl>önen Erfolg haben wird, wie ihn.ihre anderen Besitzungen in den letzten 100 Jahre» gehabt haben. Und wer würde nicht auf einen Einspruch hören, den England »der FrankvcLH erheben würde? Diese beiden Lander haben große Armeen und eine mächtige Flotte. U»d^ werden diese gewillt sein, den in anderen Machten herrschenden Antisemitismus niederKhalten? werden sie im Stande sein, nicht mir die öffentlichen Pogrome zu verhindern, sondern auch die feindlichen Stimmungen zu besänftigen und die Geister zuberuhigen? Sie werden aber wohl auf alle Fälle im Interesse der Juden bemüht bleiben? * Ich benke, wir sollte?! diese Frage?! unberührt lassen. Diejenigen, die sich der Ooff-??üng hingeben, daß ei?! Protektorat von England oder Frankreich über die vielleicht 2 Millionen in Palästina,, den wirklichen s0 Millionen außerhalb Palästinas zu iitlfc eilen wird, müssen tatsächlich sehr optimistisch sein! Sie leben noch in einem Paradies, dessen Tore jedem Einsichtigen verschlossen si?!d. Aber es wird behauptet, daß die Absonderung der .Zwei von den Zwölf diese wunderbaren Unterschiede hervorbri?!gen wijrd. Die Entfernung der Zwei (in 50 Jahren) wird den Druck mildern u??d so wird der Antisemitismus, der die Folge von Anhäufung u??d einer zu großen Anzahl vo?! Jude?! ist, von selbst versä?wi?!den. Das ist ebenfalls sicherlich ei?!e völlige TLuschu?!g. Die 2 Millionen sind die hörigst?nögliche Zahl, die in öO Jahren erreicht werden kann. Ihr allmählich erfolgender 7lbzug wird schwerlich einen sehr?nerklichen Unterschied hervorbri/??gen. Und wir nmssen da?nit rechnen, daß es beftinrmt möglich ist, daß ey! beträchtlicher Teil der 2 Millionen?!ach und nach ersetzt seÄr wird durch eine Zunahme der Bevölkerung, be--" sonders in den Grten, in denen die größten Iude?!ansan!mlu?!gen jetzt vorhanden sind. Es ist daher außerordentlich schwierig, ja sogar unmöglich einmsehen, wie die Erfüllung der zionistischen Hoffnungen irgend welchen günstige?! Einfluß auf die große Mehrheit der Juden haben ka?m. Aber bestenfalls angenommen, daß sie keine Aenderung l>ervorrufen wird und daß sie ihnen nichts nützt, sicherlich wird sie ihnen nicht schaden, warum soll ma?? dagegen Widerspruch erheben? wo liegt die Gefahr?- Ist es nicht besser, daß 2 Millionen von \2 eine?? großen Nutzen haben, als daß keiner einen Vorteil hat? Auf diese Fragen haben wir Antwort >u geben und wir wollen zeigen, wo „did Gefahre?!" liegen. .. - . \ Um?nit einer verdächtigen Tatsaä>e zu begimwn, ist es nicht erstaunlich, daß alle diejenigen, die keine Liebe für die Juden haben und .iejenigen, die ausgesprocl^ene- ^lntise?niten sind, die zionistischen Vorschläge und Bestrebu?!ge?! war?n begrüßen? woher anders kommt diese freundliche Aufnahme als davon, daß der Zionismus gewissen antisemitische?! Voraussetzungen u?!d Zielen entgegenkomntt? Es ist auch nicht schwer zu ze.Lgen, woher die freundliche Aufnahme kommt. A u f n a ch p a l ä st i n a. Nehmen wir an,' daß ein jüdischer Staat in Palästina gegrü?!det ist. Ist es nicht natürlich und klar, daß die Antisemiten sage?! werden: Die Juden besitzen jetzt ihren eigenen Staat und ihr eigenes Land. Nun sollen sie alle dorthin gehen, wir wolle?! ihnen zeigen, wo sie htz?gehören; nach Asien und nicht nach Europa, zu ihren! eigenen Volke und nicht zu uns. Die Tatsache, daß 5/s der ganzen jüdischen Bevölkerung außerhalb Palästinas bleiben?nuß, wird verschwiegen werden. was aber laut verkündet werden wird, ist: warn??! sollen'alle Länder diese asiatischen Fre??ldli?!ge ger?! bei sich dulde??, wenn sie jetzt ihr eige??es La??d, ihre eigene nationale Heimat besitzen? Es ist so klar, wie der Helle Mittag, daß die Errichtung ei??er eigenen