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Liberales Judentum · 1918-11-01 · Heft 11-12 (November 1918) · p. Seite 84

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Journal
Liberales Judentum
Volume
9/10 (1918)
Issue
Heft 11-12 (November 1918)
Date
1918-11-01
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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Erich Sachs A Ueber die Berechtigung des Zionismus u i ^rl höchsten technischen Lrf'Ati läßt sie ihm die Freiheit, l| r.i 'MM abstrakter Begriffe zu schwei- 01, u «-» nhjc Listigen Unterschiede, sind nur t. u v U\ t t,U. »1chrede in der Mrsbildung des \v Ai!»l"l indem hier, die eine, dort - stärker entwickelt ist durch im Verhältnis wirkende än- Vru> den^hefestigenden Einfluß Vc VMv'vi'NM Tradition. Wenn wir iV Akhm Erbiet für uns heutiae Juden >^s?'lderheit feststellen, so kann Vvio \\w\ v'th M^sluß der Vererbung und der yüy wir die äußeren Einflüsse i\\ r Jahren mit den Völkern;.<s,wir leben. Line entschieden \,,M' tWlrtto* Besonderheit dürfte man ^..hi «tü. einer allgemein jüdischen VMMt'blmlichlVst der Schädel- und Gehirnbilu\:\ rolgew. die einen nachweisbarer, Lin- .xiv\ \\w\ di. geizigen Anlagen hätte. Diese i Im -' \AW Svh* nicht festgestellt. Aber die ^-u vUM»n\\'H\ Differenzierungen, die eine NnMnS durch Jahrtausende von ävudiüon geführter Gedankengänge zu --ee.'üseu ivd'. i-U' wie z. B. die Beschäftigung Vü'et. Talmud und ethischen Fragen, > M. M wtt aU>^dings an uns heutigen Juden viv ,=mav in Unserer gedanklichen Lindrn.ck-- >und unserer Überlegenheit . - dem des abstrakten Denkens. VA vaVHUvV glso eine jüdische geistige Be- . hieraus eine Wesensfremddrn anderen Zit konstruieren, wäre nicht i A\n>k\ das Bedürfnis, sich als Nahätte doch nur dann einen > -i jvU; - sicherlich wertvolle Wesenswäre, erstickt zu werden, oder V > io nur dam, Aussicht zu größerer ver- - hätte, was die allgemeine Au- . - der Unterdrückung des jüdischen V . ist oben schon gezeigt. Aberdaß , -dischon Besonderheit zuliebe Ve.on Vstnden sollte, wäre zu mindex> lst>chnent, das den Einsatz nicht - n>in>^r weil wir dabei mehr verlören, . . hierauf komme ich noch zurück, r e nv‘ die Kernfrage, ob wir Ku- ' " ' dx sind, auf unsere Besonderheit 0;,-v Kultur zu gründen, die der > A: wertvoll wäre. Denn nur i?» ... > : b'Ulen wir die moralische Bereckw\4-> Verpflichtung hierzu, 2lber wenn , wir finden, daß wir in den großen Gedanken unserer Bibel eine ungeheure Kulturtat für die Menschheit geleistet haben, die nicht ein fertiges Geschenk und eine erledigte Sache ist wie griechische Tragödien oder Marmorbilder, sondern eine unerreichte ideale Forderung enthalt, die ihrer Verwirklichung harrt, heute so gut wie vor Tausenden von fahren, „wenn wir hierin unsere kulturelle Aufgabe erkennen, so werden wir uns den Bedingungen fügen, die ihr die Erfüllung am ehesten verheißen. - Denn hier liegt 'ja unser gemeinsames Ziel. Auf welche geistige kulturver sprechende Besonderheit wollen nun die Zionisten die jüdische Nation gründen? Das äußere Hauptmerkmal, die gemeinsame Sprache, besteht nur' sehr bedingt. Jedenfalls kann man im Allgs? meinen heut nicht mehr von einer gemeinsamen, lebendigen Sprache der Juden reden. Und auf die Lebendigkeit der Sprache kommt es an, die sich im Gebrauch des täglichen Umgangs mit der Entwickelung des Geistes selber entwickelt. Nur dann könnte sie ein geistiges Bindeglied unter den Juden fein, die statt dessen in der Hauptsache die Sprache des betreffenden Volkes, in dem sie leben, als Umgangssprache gebrauchen. Aber sogar wenn wir das Jiddisch als die Umgangssprache eines zahlenmäßig überwiegenden Teils der Juden hinnehmen, kämen wir zu der Ueberrafchung, daß trotzdem das Jiddisch nicht zur Nationalsprache auserwählt ist, sondern das Hebräisch, die Sprache der Tradition.- Die Zionisten schätzen also ein anderes geistiges Band noch höher als die Gemeinsamkeit der Sprache, nämlich die Tradition. wenn wir nun zu den Wurzeln der Tradition steigen, so finden wir für alle heutigen Juden ein gemeinsam erlebtes Volks- Schicksal im eigenen Staat bis zur Zerstö ruug. Aber hier kann das Band nicht liegen, denn die Geschichte längst vergangener Ereignisse ist der Gegenwart etwas Totes, sie berührt uns heute erst dann, wenn wir sie im Dienst der Ideen erkennen. Als kriegerisches Ereignis sind uns die Kämpfe der Makkabäer so fern wie die der Griechen bei Salamis, aber als Lntscheidungskämpfe für die großen Ideen der jüdischen Geisteswelt stehen sie auch heute noch lebendig vor uns. Wir müssen vielmehr nach den Ideen suchen, die in der Tradition leben, und da finden

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