Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 9/10 (1918)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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M. Abraham: Hm die Ethik unserer PropheLn den siegen, .koste es was es wolle, die felsenfeste Hoffnung, ein Volk der Denker, dem der <ÄdbaL so viel Dank schuldet, darf nicht zu Grunde geben, sie entspringen der..köstlichen tebensauffassung, daß verniinftige und gerechte prin^pien im Dasein des Einzelnen wie der Staaten bis hinauf zu dem geregelten Gang der Planeten, aller Stürme, ungeachtet, die Herrschaft besitzen. Nennt-man uns, die wir diesen Glauben, trotz mancher bösen Erfahrungen, unverbrüchlich festhalten, Optimisten, so sind wir gerne bereit uns die Bezeichnung gefallen zu lassen. Anders steht es mit jenen Volksgenossen, die man richtiger als Hyperoptimisten anspreche» darf, denen wir, so gut sie es auch meinen, aus vernünftigen Gründen die Gefolgschaft versagen. Denn sie verleiten durch ihre bedenkliche Ueberhebung und Selbstüberschätzung zur Unterschätzung der Feinde und schwelgen in immer neuen phan-. taftischen Träumen von fabelhaften Erfolgen und Kriegsentschädigungen, wie die Rinder Ulärchen glauben. Ganz so dürften sich die Dinge aber nicht absxielen. Es ist mindestens unvorsichtig das Fell des Bären schon zu verteilen, bevor man es besitzt, und vor allem sollen wir uns davor hüten, die Rräfte der Gegner zu unterschätzen, vor unmännlicher neurasthenischer Bangigkeit muß jeder gerade so weit entfernt bleiben wie von überspannten nur mit der Fata morgana vergleichbaren Trugschlüssen, die sich sehr hübsch anhören, jedoch öfters zu schmerzlichen Enttäuschungen führen.. / . ' Hut der so oft gerühmten und bewährten goldenen 2Nitte!straße ist freilich angesichts eines nicht von uns verschuldeten fürchterlichen WcltenbrandeS niemand gedient. Jetzt in es die. ernste berechtigte patriotische JpfIi;H aller Deutschen sich nicht von der leisesten Anwandlung pessimistischer Spätberbstsnmmung infizieren zu lassen, mag auch der Verlust teurer Angehörigen, die auf dein Felde der Ehre gefallen, Zu Tränen und Trauer hinreichend. Anlaß geben. Das wob! des Vaterlandes steht höher als der Einzelne. Die Ruhmes- und Heldentaten unseres Heeres und unserer Flotte, der unbeugsame Wille des deutschen Volkes und'seiner Verbündeten, den aufgezwungenen Kampf durchzuführen und die Unabhängigkeit Zentraleuroxas bis 511,11 äußersten zu verteidigen, gibt keinem anderen Gedanken, als einem kerngesunden in sich gefestigten Hoffnungsgefühl Raum. Fern .von undurchführbaren Illusionen werden wir durchhalteu bis das erstrebte .Fiel erreicht ist, bis die einhellige Dpferfreude durch, einen, ehrenvollen dauerhaften Frieden vergolten wird, bis Deutschland der volle platz an der Sonne von neuem, zu Teil wird, den uns eine heuchlerische und unnatürliche Roalition von erbitterten. Feinden streitig macht. '• wir deutsche Juden aber können mit Stolz auf. unsere Brüder und Söhne blicken, die mit gleicher Hingebung und gleicher Begeisterung wie ihre christlichen Kameraden in den Kampf ziehen und Gut und Blut fürdas geliebte Vaterland hingeben. Das ist der untilgbare jüdische Optimismus, der in unwandelbarer Treue dem .Gott der Heerscharen vertraut, weil er noch' stets aller Heimsuchungen ungeachtet der Wahrheit und Gerechtigkeit über Lüge und Barbarei zum Siege verholfen hat. Um die Cthik unterer Propheten; Von M. Abraham Berlin. ahrtaufondo arbeiten bereits an der Bewältigung des Problems, welches „Bibel" heißt: an der Erfassung und Ausdeutung des unendlich reichen Inhaltes dieses Buches der Bücher, an der Ergründung seiner alle Höhen und Tiefen umspannenden Gedanken, an der Erforschung seines geheimnisumhültten Werdens. Gern und dankba/ erkenne;! wir * an, wieviel Bereicherung für unsere Erkenn> nis und unser Gemüt rms namentlich in den letzten Jahrzehnten der emsige Eifer und die feinsinnige Einfühlungsgabe gerade nicht-jüdischer Forscher auf diesem Gebiete geschenkt haben. Freilich darf es uns nicht Wunder nehmen, wenn einzelne christliche Forscher auch zu Resultaten. kommen, die weder unserer