Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 9/10 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- Seite 47 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der Jugendbewegung 47- Jugend". 3n vorbildlicher weise ließ sie die verschiedenen Seiten der Frauenfrage, ' beleuchtet vom Standpunkte des Judentums, an unserem geistigen Auge vorüberziehen, und ihre gedankenreichen, von echt jüdischem Geiste erfüllten Ausführungen — in poetischer und ergreifender Form dargeboten — sicherten ihr den aufrichtigen Dank der Nürnberger Zuhörer, dem in beredten Worten Herr Dp. Freudenthal Ausdruck verlieh. Am dritten Abend hörten wir Herrn Lehrer Dr. Bamberger über „Erziehung der schulentlassenen männlichen Jugend" sprechen. Hier waren es vor allem die praktischen Darlegungen und Vorschläge des Redners, die die lebhafteste Aufmerksamkeit der Hörerschaft erregten, und zum ersten Male setzte am Schlüsse dieses interessanten und anregenden Vortrags eine äußerst lebhafte Diskussion ein, zu der Herr Dr. Freudenthal allabendlich in aneifernden Worten aufforderte, was die verschiedenen Diskussionsredner ausführten, zeigte in erfreulicher weise, mit welch' großem Verständnis - die Vorträge ausgenommen wurden. Am vierten Abend hatten wir die besondere Freude, den eigens aus der Ukraine dazu beurlaubten Herrn Stabsarzt Dr. Grünbaum am Rednerpult begrüßen zu dürfen. Er sprach über „Erziehung und Nerven", vom Standpunkte des Arztes aus legte er diese wichtige Frage x vorzüglich dar und seine Behandlung des so heiklen jIMnktes der sexuellen Probleme kann als geradezu ideal bezeichnet werden, wie dieser ganze Vortrag überhaupt als der würdige Schluß dieser vollendeten Vortragsfolge angesehen werden muß. Sine rege, meist von vorzüglichen Rednern bestrittene Diskussion hielt bis in die späte Stunde die Zuhörerptzaft in Bann, und alsans der Mitte der Wrrsammluna der vor. schlag gemacht wurdr^ diese vortraasabendemitfreier Aussprache öfters zu wiederbolen, da^ durchbrausten frmdige Zustinnnunnsrnfe den Saal, denn diesb^Mgliche wünsche waren im Laufe der ErSchungswoche von allen. Seiten laut geworden. Auch wir schließm uns denselben aus vollster Ueberzeugurw an; denn erstens bringen derartige Abmde neue geistige Anregnng in das stagniererSe Gemeindeleben, zweitens dokumentieren für auf's glücklichste die durch den Krieg herrMgerufene größere Anteilnahme unserer Maubensgenossen an Fragen rein jüdischer Natur und drittens — das halten wir für das bedeutungsvollste 2Uoment? — vereinigen bei derlei Veranstaltungen die Anhänger aller Richtungen im Judentum auf streng Wutratem Boden: Liberale, Orthodoxe, ZionWn, sie alle finden sich friedlich unter einem Dache zusammen, uni gemeinsam Fragen zu «örtern, die für jeden Juden von Interesse ßnd und sein sollen. Diese innere GeschloMnheit und Harmonie wird für die Zukunft von größter Wichtigkeit sein, wenn es gilt, unjrren äußeren Feinden, die von allen Seiten zsn erbitterten Kampfe gegen uns Juden rüsteu,wirksam zu begegnen. Nur dann wird die brutsche Iudcnheit siegreich aus diesen schwerm Prüfungen hervorgehen, wenn sie — nicht zerrissen von Kartei- Hader und -gezänke — als Einheit treu zusammensteht. Zur Verwirklichung dieser so dringend nötigen GesäKffenheit tragen Veranstaltungen, wie die Nürnberger Erziehungswoche, zweifellos in stäMem Rlaße bei. Desbalb ein fröblicbes: Virmt se^uentes! L. v. ttus der Jugendbewegung. Jahresbericht des jüdisch-liberalen Inzrnd vrreins xu Merlin 1917—1918. Neber diesen Zeitraum sind bereits 2 Berichte veröffentlicht. Außer den in diesen Berichten erwähnten Vorträgen hat der Ili — noch folgende -Veranstaltungen gehabt': Am 20. 5. j? sprach Herr Hirschfeld über: „Die j)essachj - 'Haggadah und ihr Bilder- ' . am 2\. 4. Herr 2vabbiner Dr. Hochfeld über: „Die Bedeutung der hebräischen Sprache für GottesdieuK und Unterricht", am ö. 6. Herr HirschfcD über: „Ulbrabanr Geiger"., am {7. l- \S Herr Abraham über: „Neuer Aampf-um dendaelitischen Hrophetismns". Am 26. rchrrierte Herr Hirschfeld über seine Thesen Zrm Verbandsthema: „wie gewinnen wirdie schulentlassene Jugend?" Am 2. Drach Herr Rabbiner Dr. Lewkowitz über: ^Die Grundsätze des jüdisä>-religtöscn LiberMsmus". während die im Jahre $1* veranstalteten Zusammenkünfte mv schrvach besucht