Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 9/10 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- Seite 48 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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48 Aus der Jugendbewegung waren, hob sich die Zahl der Teilnehmer im 2. Halbjahr bedeutend, obgleich es noch immer sehr viel Mitglieder gibt, die sich nur selten oder gar nicht bei uns sehen lassen. Der Vortrag des Herrn Lewkowitz erregte so lebhaftes Interesse, daß wir beschlossen haben, ihn drucken zu lassen. Seit dein \5. \. hält Herr Hirschfeld in jeder Woche, in welcher keine größere Veranstaltung stattfindet, einen Bibelkursüs über bas Thema: „Der geschichtliche wert der Bibel". Herr Rechtsanwalt Stern hat uns in liebenswürdiger weise hierzu seine Büroränme zur Verfügung gestellt. Am 25. 2. waren wir zur Feier des Hurimfestes gemütlich zusammen und erfreuten' uns gegenseitig durch heitere Vorträge. Unsere eigentliche Hurimfeier mußte auf den \6. 3. verschoben werden. Sie fand in Anwesenheit von etwa 250 Mitgliedern und Freunden im Schubertsaal , statt. Herr Rabbiner Dr. weyl eröffncte die Feier durch eine Ansprache, deren tiefer Gehalt uns veranlaßt hat, ihn zu bitten, sie uns in erweiterter Form nochmals als Vortrag zu bieten. Darauf folgten musikalische und deklamatorische Darbietungen, die uns in angeregter Stimmung noch lange zusammenhielten. . Wie aus den Berichten zu ersehen ist, haben wir die Geselligkeit mehr gepflegt als früher, von der Ansicht ausgehend, daß unser Verein allmählich alle Interessen unserer Mitglieder ergreifen muß. wir wollen daher im konnnenden Sommerhalbjahr unsere Mitglieder auch auf Ausflügen einander näher bringen. Die Mitgliederzahl ist im Berichtsjahr bedeutend gestiegen. Leider läßt sich die geilaue. Zahl im Augenblick nicht feststellen, da wir durch den Krieg mit der Führung der ' Listen in unserm Büro und der Einziehung der Beiträge mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen l^aben. Mit unseren Feldgrauen stehen wir in reger Verbindung, soweit das knappe Adrefsenmat'erial dies zuläßt, wir bitten auch bei dieser Gelegenheit dringend um Feldadressen. Aus den Neberschüssen des Thanukahfestes haben wir Liebesgaben ins Feld geschickt. Leider sind auch einige unserer Mitglieder auf dem Felde der Ehre gefallen: Herr Kurt Heide und Herr Dr. Herrmann Horwitz, Herr Max welkanoc, Herr Bruno Grunwald. wir haben, soweit wir rechtzeitig benachrichtigt worden find, den Angehörigen unser Beileid ausgesprochen. Der Vorstand hat verschiedene 'Sitzungen abgehalten, und' sich in. der Hauptsache mit Fragen der Propaganda und dem weiteren verlauf unserer Tätigkeit beschäftigt. In den Vorstand wurde kooptiert Herr Bruno woyda. Der Vorstand setzt sich zusammen aus: den Herren Dr. Walter Breslauer, Fritz Chovke, Dr. Herbert Lew>', Rechtsanwalt Heinrich Stern, Bruno wo>'da und Fräulein Regina Schönberger in Berlin und Herren Dr. Ernst Blaschke und Referendar Julius Wertheim im Felde. Die Leitung der Geschäfte liegt in den Händen des Herrn Hirschfeld, der als außerordentliches Mitglied dem Vorstand angehört. Unsere Kassenverhältnisse sind günstiger als im Vorjahre^ wir verdanken dies hauptsächlich einem Zuschuß von 300 2TI., den uns die Vereinigung für das liberale Judentum am 6. 5. auf unser Gesuch bewilligt hat, und einer Reihe von Spenden, unter denen wir besonders 3 größere von Herrn Handelsrichter Berthold Kirstein,. Herrn Rechtsanwalt Stern und Herrn Emil Hincus hervorheben. Unser früherer erster Vorsitzender, Herr Dr. Fritz Steinthal, ist als Rabbiner nach Hosen gegangen, und wir haben ihm bei dieser Gelegenheit seinen! Verdienste entsprechend herzliche.Worte des Abschiedes gewidmet. Zllit unfern Brudervereinen in Breslau, Hamburg und Hosen stehen wir in regen: verkehr, wir tauschen mit ihnen unsere Mitteilungen und Berichte aus und hoffen, daß dies in ähnlicher weise mit dem vor einiger Zeit in Frankfurt a. M. begründeten der Fall sein wird. Im Rahmen der Arb eitsgemeinschaft der Ili haben wir auch an der Verständigungsgemeinschaft der jüdischen Iugendvereine teilnehmen wollen, die am 5. 3. bei einer Gründungsversannnlung am kViderstand der national-jüdischen und orthodoxen Vereine gescheitert ist. Herausgegeben von der Vereinigung für daS liberale Judentum Berlin W. 8, Mauerstraße 22. Für die Redaktion und den Verlag verantwortlich Dr. L. Seligmann. Frankfurt a. M., Friedrichstr. 29. Druck und Expedition von Voigt L Gleiber. Frankfurt a. M.. Bieber-Saffe 6.