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Liberales Judentum · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · p. Seite 44

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Journal
Liberales Judentum
Volume
9/10 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
Seite 44 (sequence 12)
Language
German
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i Hermann Itzig: Feldruf igc statt, dann müssen Mitgliederlisten zur änzeichnung, volkstünüich gehaltene 2lufrufe, Zeitungen und Werbeschriften im Versamm- LNgsrmrme ausliegen. Dm anderen Falle 5nnen die Listen am nächsten «Lxrge durch inen -Vertrauensmann an: Orte oder durch en Wanderred'ner selbst bei den Gemeinde-' Mitgliedern in Umlauf gesetzt werden. Den Vanderrednern wäre dringend zu empfehlen, ungezwungen von der Demokratisierung, die ich gegenwärtig auf allen Gebieten des poetischen und öffentlichen Leben vollzieht, die Notwendigkeit der religiösen Demokratisierung, die Verbreitung des religiös-liberalen Gedankens abzuleiten und damit auch die Mitarbeit der deutschen Staatsbürger jü- )ifchen Glaubens an dem Wiederaufbau des Vaterlandes zu fordern. Daß die Gegner rus dem anderen Lager dieser Versammlung mcht fernbleiben werden, ist klar. Sollte das aber wider Erwarten hier und da nicht geschehen, dann muß ihr Erscheinen dennoch durch öffentliche, besonders mündliche oder schriftliche Einladung gewünscht werden. Denn durch Garung entsteht die Klärung und ein geschickter, den Gegenstand völlig beherrschender Redner müßte eine besondere Freude daran haben, die Gegner in möglichst schonender weife von ihrer Meinung, die meist nur auf Vorurteilen, einseitiger Lektüre und entstellenden Berichten beruht, abzubringen. ' ~ Die liberalen Iugendvereine endlich sollen die Zrikunst des liberalen Dudentums sicher stellen. Du dem großen Völkerringen geht es um die Zukunft der Menschheit. Unsere Dugend, hat mit ihren: Blute und ihrem Schweiß auch die lichte Zukunft unseres Vaterlandes verbürgt. Nun gilt es den Kampf um die innere Freiheit zu einem siegreichen Ende zu führen, nachdem die Sonne der äußeren Freiheit aufgegangen sein wird. , . . . „Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten", sagt der Dichter. Dieses Wort trifft niemand mehr als unsere sogenannten liberalen Duden. Denn sie spotten wohl ihrer Glaubensketten, der religiösen Gebräuche und des veralteten Gottesdienstes, aber damit ist auch ihr religiöser Liberalismus erschöpft. Er ist negierend, zerstörend, aber nicht positiv und aufbauend. Sonst müßte sie eines vor allem anstreben: das Heranwachsende Ge» schlecht mit ihrem Liberalismus zu erfüllen, daß es mit berechtigtem Stolze das beste ErL>e seiner Väter, den Glauben an den einzigen Gott, den Vater aller Menschen, die religiöse Duldung, die jüdische Ethik, die da ist die - Ethik der gesamten Menschheit, mit seinem Herzblut verteidigt, weiter verbreitet' und für alle Ewigkeit bewahrt. Darum gibt cs für uns kein Schwanken und Wanken, kein Langen und Bangen zwischen neutralen undreligiös-parteilichen Dugendvereinen oder gar Blau-weiß-Vereinen. Und so wie einst im alten Sparta jeder Bürger gezwungen war. sich einer politischen Partei anzuschließen, so müssen wir gegen neutrale Dugendvereine oder gegen den Dudifferentismus in schärfster weise Front machen. Denn wie der Dudifferentismus, so ist auch die Neutralität der Tod des Dudentums. wem aber das Dudentunr Leben in Gott, Leben im Vaterlande und Leben in der Menschheit bedeutet, der trete als Kampfgenosse in unsere Reihen und helfe „der Freiheit eine Gasse" bereiten. feldruf. Von Unteroffizier Hermann Itzig-Posen (im Felde). er Kriegsodern hält die Welt noch immer in feinern. Banne, und irn BluLkefsel der Zeitgeschichte brodelt und zischt es weiter und^weitor. --Noch ist -das Morgenrot der neuen Zeit nicht zu sehen, doch — „Mene, Tekel, Upharsin" — wir werden und müssen es, vielleicht gar bald, erblicken und dann — werden wir es alle, alle jubelnd, beglückt begrüßen. . . .. Unserer Dugend ist das Morgenrot, ist der erste Sonnenstrahl der neuen Zeit heute schon Symbol. Ünerschüttert und gläubig vertraut sie darauf, ob sie — die Dungen — im Schützengraben den: Feinde die Stirn bieten oder sie — die Mädchen — in stiller Heimarbeit der Familie und dem Ganzen dienen. Ls ist das alte, sichere vor-

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