Mannheim
Compact Memory

Liberales Judentum · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
9/10 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 31 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3126481-3126578-3126581--2351-3129199
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

o o a Krrs der Jugendbewegung rate Judentum durch die Hervorhebung der meffianifchen Zukunft saufgabe, durch das Eintreten für die Idee des Universalismus, des Völkerfriedens und der Menschheitsverbrüderung, gerade der Jugend den werbekräftigsten Gedanken und die beste Gewähr für die Erhaltung des Judentums biete, legte der Redner überzeugend dar, wie es Pflicht einer ideal gesinnten Jugend sei, dieses Judentum durch gründliche gewissenhafte Arbeit kennen und lieben zu lernen. Nach dem Vortrag übernahm Herr Rabbiner wolff, der Vorsitzende des jüdisch-liberalen Iugendvereins zu Breslau, der eigens zu der Gründungsversammlung vom Felde nach Frankfurt gekommen war, die Leitung der Diskussion und führte sie mit vorbildlicher Sicherheit. zu einem allseitig befriedigenden Ergebnis. wir danken Herrn Rabbiner Molff auch an. dieser Stelle, noch einmal herzlich für die großen Dienste, die er unserer Sache geleistet hat. Die Aussprache bewegte sich, dank der geschickten Leitung, in ruhigen Bahnen. Nachdem zuvor durch eine Erklärung des vorbereitenden Ausschusses die Grundlage des Vereins dahin festgestellt war, daß § \ der Statuten lauten solle: „Der jüdisch-libe- ,rale Iugendverein Frankfurt a. M. bezweckt den Zusammenschluß der jüdischen - Jugend zu positiv jüdischer Arbeit, um sie auf der Grundlage JÜdisch-liberaler JVeltanschauung zu selbstbewußten Iudenheranzubilde n", wurde unsere Stellungnahme zum Zionismus dahin festgelegt, daß der Verein keinen Kampf gegen den Zionismus wolle, aber es ebensowenig dulden könne, der Schauplatz parteipolitischer Kämpfe innerhalb des Vereins zu werden. „Darum" — so erklärte der Vorsitzende im Aufträge .des vorbereitenden Ausschusses — „muß der Verein es ablehneu, solche Mitglieder zu dulden, die sich bereits auf einen dem. jüdischliberalen entgegengesetzten Standpunkt festgelegt haben." Im verlauf der Debatte wurde weiter erklärt, daß wir zu den hier bestehenden neutralen Jugendorganisationen in ein freundschaftliches Verhältnis treten wollen. Nachdem sich niemand mehr 511m llbrtj meldete, wurden von neuern Listen zwecks' Linzeichnung zur Mitgliedschaft aufgeicat mit' dem Erfolg, daß die Mitgliederzahl sich ^ns! 220 erhöhte. Indrr darauffolgenden geschah senen Mitgliederversammlung wurde znnchbst! ein fogliedriger Ddrstand gewählt, mit ^:m Auftrag, die Aentter unter sich zu verteilen. Daraufhin wurdav die von dem vorbereiten den Ausschuß enüoaorfencn Statuten mit ringfügigen Aendumngeu angenommen. £iu< besonders lebhafte Debatte entspann sich über die Hohe des Wtglipdsbeitrages und die untere Altersgrenze für die Aufnahrne von! Mitgliedern. Aus jpzialen Rücksichten wurde ein MitgliedsbeitrsG von 2 Mk. jährlich festgesetzt. Am Schlüsse der Versannnlung wurde j der Verein für gegründet erklärt. Der Vorstand Tat in mehreren Sitzungen I nunmehr mit dem Aufbau der praktischen Arbeit begonnen. Zahlreiche neue Mitglied schaftsmcldungen Md 2lnregungen aus den Kreisen der Ulitgürder Zeigen das überaus große Interesse, Las unsere Bestrebungen wecken. Zu vorsitzmden wurden die Herrn Dr. P a 11J Hahn und Referendar Erwin Selig mann, Friedrichstraße 29, gewählt, an de» alle Zuschriften für den Verein zu richken sind. Unsere erste Mitgliederversammlung und im Anschluß daran ein einführender Vortrag werden Einfang April stattfiudm. Es ist uns gelungen, bereits eine größenr Anzahl bedeutenderer Persönlichkeiten zu Verträgen, Kursen und Leitung von Diskussiovsgruppen zu gewinnen. Ein Fragebogen übar die Beteiligung an den einzelnen Arbeitszwäzen geht in der nächsten Zeit unseren Mitgliedern zu. Da wir natürlich in der ersten Zeit mit finanziellen Schwierigkeiten zu kanipfen haben, bitten wir alle Freunde unserer Bewegung^ denen die Erhaltung Les liberalen Judentums am Herzen liegt, harzFich und dringend, uns je nach Kräften durch eine S p e n dzu unterstützen. Geldfenduugm find bis zur Einrichtung eines eigenen Postscheckkontos zu richten au 2iefereudar Eirw in Selig nra n u, Friedrich straße 29. D e r V 0 r st a n d.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.