Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 9/10 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau 1ö rnna zu bringen. £s war beschlossen werden, nachdem die Verhandlungen zwischen unserem Verein und dem Zentralverein israelitischer Gemeindemitglieder über gemeinschaftliche Feststellung eines neuen Genwind estaticks aus den bekannten, früher eingehend mitgeteilten Gründen gescheitert waren, nunmehr selbüändig vorzugehen und den Entwurf den Behörden einzureichen. Entsprechend Nesem Beschluß ist der Vorstand des Vereins unmittelbar nach Der letzten Generalversammlung, nämlich bereits am \. Februar zusammengerreten und hat beschlossen, -den Entwurf in derjenigen Form, die er seinerzeit nach den Beschlüssen des Gemeindeverstandes und des Gemeindeausschusses erhalten hatte, den Regierungsbehörden vorzulegen. Gleichzeitig wurde fedoch für erforderlich erachtet diesem Entwurf eine kurze Begründung beizugeben, die von. den beiden Vorstandsmitgliedern Dr. Geiger und Dr. Merzbach ausgearbeitet werden sollte. Beiden Herren ist es infolge ihrer militärischen Einberufung le'der nicht gelungen, den Entwurf dieser Denkschrift fertigzustellen, so daß die Angelegenheit H ute noch in der Schwebe ist. Der Vorstand wird sich bemühen, die Sache sobald als möglich ‘ zu dem gewünschten Ende zu bringen und nach Fertigstellung der Denkschrift den Entwurf an die Regierungsbehörden gelangen zu lassen. Aus den gleichen Gründen mußte auch die in der letzten Versammlung beschlossene Ausdehnung der Propaganda zugunsten der Vereinigung für das liberale 'Judentum in Deutschland leiden. Es wurde lediglich in Ausführung des Beschlusses der letzten Generalversammlung vom Vorstände beschlossen, außer dem gewöhnlichen Jahresbeitrag von 209 Mark der Vereinigung einen weiteren einmaligen Sonderbeitrag von F00 Mk. zuzuwenden. Dagegen konnte die übrige Propagandatätigkeit wegen der übergroßen Inanspruchnahme der.Vorstandsmitglieder nicht in befriedigender weise ausgeführt werden. Der Verein hat lediglich, vertreten durch das Ausschußmitglied, Herrn Iustizrat Dr. Auerbach, E sowie das Vorstandsmitglied, Herrn Rabbiner Dr. Seligmann, an einer erweiterten Vorstandssitzung der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland am 29. Mit--der W/ teilgenommen (über deren verlaus non den beiden Genannten Bericht Ueber die in der letzten Generalv"' rsannnlung nütgeteilten Verhandlungen einer besonderen Kommission, die bei dem Vorstand der Gemeinde mit auf Anregung'unseres Vereins zusammengetreten ist, um Maßregeln zu beraten, durch welche der Zurücksetzung Jüdischer Lehrer an den städtischen Schulen in Frankfurt a. RI. begegnet werden könne,: können auch heute weitere Mitteilungen nickst: gemacht werden. Die Schuld hieran liegt nickst an dem Vereinsvorstand, sondern daran, dag von einer weiteren Tätigkeit dieser Kommission nichts mehr bekannt geworden ist. Insbesondere hat der Vorstand nichts mehr davon erfahren, ob die nach Erledigung der bekannten! schriftlichen Eingabe stattgehabten mündlichenvrostellungen bei den zuständigen Schulbehörden Erfolg gehabt haben. Die Aemter des Vorstandes Zmd Ausschusses wurden in der gleichen Meise verteilt wie im Vorjahre. Mahlen zum Ausschuß der jüdischen Gemeinde haben, wie bekannt, im Vorjahre nicht stattgefunden. In diesem Jahre war leider hierüber eine Einigung mit dem Zentralvere.n nicht zu erzielen, namentlich da ursprünglich bei einem zum Zentralverein gehörigen Mitglied des Gemeindeausschusses die Ab.icht bestanden chatte, vorzeitig sein Mandat jetzt niederzulegen. Da die beiden Vereine sich nicht verständigen konnten, glaubte daher der Gemeindevorstand trotz der Kriegszeit von N uwahlen nicht absehen zu können. Es schieden in diesem Jahre zwei liberale und ein konservatives Ausschußmitglied aus. (An Stelle der Ausgeschiedenen wurden zwei neue liberale und ein konservatives Mitglied vorgeschlagen und deren Aufstellung genehmigt.) Zum Schlüsse mag die Hoffnung ausgesprochen werden, daß es uns ''im nächsten Jahre gelingen werde, unter günstigeren Zeitverhältniffen wieder in großem Umfange positive Arbeit zu leisten und der nächsten Generalversaminlung über ausgedehntere und erfolgreichere Tätigkeit berichten zu können. Die Entlastung wurde erteilt und der bisherige Vorstand und Ausschuß durch Akklamation wieder gewäht. Demnach gehören dem Vorstand'ünd Ausschuß folgende Mitglieder an: I. Vorstand: San.-Rat Dr. Arnold Baerwald, Vorsitzender; Dr. Rud. Geiger,