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Liberales Judentum · 1917-11-01 · Heft 11-12 (November 1917) · p. Seite 115

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Journal
Liberales Judentum
Volume
9 (1917)
Issue
Heft 11-12 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 115 (sequence 11)
Language
German
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«» Ann;' Tätigkeit für Lie Reform 115 ich mit Ezechiels Jenen mit Jeremias vergleichen. Den dritten, Günsberg, werde ich das nächste Fest hören. Uebrigens, es war der Gesang und die Musik gut, und Dr. Heinvoth bringt uns jetzt die Seesensche Orgel her. Beiläufig muß ich Ihnen noch die Neuigkeit melden, daß man in Hamburg auch zu einem Tempel mit einer Orgel subskribieren null, Lügue unter der Direktion des Salomon Lohn!" Die beiden hier genannten Prediger, die «xh mehrfach erwähnt werden müssen, sind 3- €. Auerbach, geb. am 27. März J7% gest. \853 und Eduard Kley, \789—\S67; der letztere wurde 18^8 als Prediger in Lfarnk«rg angestellt und wirkte daselbst bis Der dritte ist K. 5. Günsberg, \783—\8^0, der später in Breslau tätig war. Zmnz widmete der Berliner Reformtätigkeit lebhafteste Aufmerksamkeit. Am \2. November \8\5 berichtete er seinem väterlichen Lsteunde, daß David Friedländer und R. S. Gumpertz sich nur dadurch voneinander unterschieden, daß der erftere die Verlegung des Sabbat auf den Sonntag wünsche und berichtet ferner, daß der sogenannte Iacobßohnsche Tempel in das Haus des Bankier Beer verlegt würde. Am \2. August \8\7 meldete er begeistert von einer durch Auerbach abgehaltenen Konfirmationsseier. Am 9- September l.8s7 kündigte er an, daß er zu de« hohen Feiertagen in die neue Gemeinde- Synagoge gehen werde, „wozu schon kein BTlet mehr zu haben ist" mit dem Zusatz, er werde sich an Auerbachs predigt und an dem Gesänge von 3^ Rindern erbauen. Mit wie lebhaftem Interesse er die Rekscmbestrebungen an allen Orten betrachtete, beengt ein Bericht vom J7- Februar \820 über eine Verfügung der österreichischen Regierung, daß alle relligiösen Reden und An- ^rachen in der Landessprache gehalten werden müssen. Er fährt, nachdem er einen genauen Bericht über diese österreichischen Bestimmungen gegeben, in folgender weise fort: „Die Sache hat, hoffe ich, guten Einfluß auf die hiesige Regierung." Und ebenso wie auf Oesterreich war seine Aufmerksamkeit auf die anderweitigen Reformbestrebungen gerichtet. Zeugnis dafür ist folgende Stelle aus einem Briefe an Ehrenberg, 5. Januar ^82\: „3n Breslau ist Dr. Günsberg sehr tätig. s27 Unterschriften hat er für die deutsche Synagoge, zugleich Ae Zustimmung der Regierung und den Büfall des Fürsten Staatskanzlers, den er in Troxpau persönlich gesprochen. Von Thssclogen, die mir als Beförderer der deutscher Synagoge bekannt sind, nenne ich: Prof. Vrtdr in knalle, Prof. Hanstein und KonsistorieLat Nolte, hier, Dr. Gurlitt in Hamburg, Prof. Stöphasius Ln Posen. Dr. Tittmann, Donherr. in Leipzig, Prof. Bellermann, hier, Nberxräsident von Bülow in Magdeburg, pvch Paulus in Heidelberg, Prof. Krug in B[dSs ufw. Allen diesen bin ich teils persönlich, Es literarisch bekannt. — Sie werden bald van dem Beginn des israelitischen, deutschen Gottesdienstes in Breslau hören. In Königsbny ist keine deutsche Synagoge, aber, was vülleicht dort besser ist, ein jüdischer Prediger, Dr. Frankolm, angestellt, vom Konsistorium exrminicrt, von der Regierung bestätigt, der regelmäßig predigt und bereits J25 Rindern Religionsunterricht gibt." Dieser Bericht Wer Königsberg ist deswegen von hervorragender Bedeutung, weil Zunz sich eine Zeiürng mit dem Gedanken trug, nach Korngsbmg zu gehen. In einem Briefe an LhrenbeM. April \820, heißt es: „Möglich ist e^, ich gehe nach Königsberg in Preußen, sohin ich zum Religionslehrer empfohlen bin oder gar nach Kurland oder Oesterreich. Urk e rallregtfichunter den Juden erLreformatorifcher S i n n." Ueber diese Köv^sberger Zlngelegenheit — denn von einer Meisbaren Aussicht nach Oesterreich oder Kruldnd weiß man nichts — werden wir etwas Daher unterrichtet durch einen im Konzept rvrliegenden Brief vom \7. März ^820 an B. Lindau, der von diesem an Beer nach Könhsfcerg gesandt wurde. Darin gab Zunz ein merkwürdiges Expose über das Wesen des Religionsunterrichtes in vollkonnnen liberalem Sinne und präzisierte die einzelnen Forderurgen in folgender Weise: „s. Der ReligioEehrer muß ein-wissenschaftlich gebildeter Mann von bewährten Kenntnissen und gutrn Sitten sein, den die Gemeinde wählt, und zu dem sie Zutrauen hat. 2. Unter einem gewissen Alter, etwa sieben Jahren, taugt Dem Kinde der Unterricht in der Religion rücket.

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