Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 9 (1917)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- Seite 112 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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112 fe » OO 2-.. Arlegirrtenversamn'lang der jüdisch-liberalen Jugendverrine gLeder bemressen werden und deren Höhe zedrsma! uron der Delegiertenversammlung festzufetzen üst; 2. freiwilligen Spenden. § 9- Ueöer «die Aufnahme in den Verband entscheidet der 'Vorstand mit 3A Mehrheit. Gegen wtcn ablelhnenden Beschluß kann binnen Lachen cimc Berufung an eine Delegiertenversammliung erfolgen, welche mit % Mehrheit entscheidet. § *0. Der Alusschluß aus dem Verband erfolgt durch ceinen mit 3A Mehrheit zu fassenden Beschluß eiiner Delegiertenversarnmlung. §11 lieber <die Auflösung des Verbandes entscheidet einve Delegiertenversammlung mit -/z Mehrheit; ssie trifft Bestimmung über die Ver- «endury dies verbarrdsvermögens. Anlage 2. Delegiertentag der Arbe itsgemeeinschast jüdisch-liberaler Jugendvereine zu ^Breslau am {3. u. Okt. 0^7. Verbandsthxema: IVie gewinnen wir die schulientlassene Jugend? Referent: Hirschfeld-Berlin. Leitsätze. I. A. Wie jüdisä^-liberalen Jugendvereine «ollen die sschulentlassenc Jugend zu jüdiscl>- liberalen (rreligiös-fortschrittlichen) Persönlichkeiten heranibilden, die niclst in der Abstreifung alles Jüdiffch-rcligiösen und in der Gleichgültigkeit dmgegcn heranwachsen, sondern die an der IVeriterbildung des Judenturns bewußt teilnehmeu. Darum müssen wir sie über den Inhalt unD den Wert des fortschrittlichen Judentums belehren. Dies geschieht a) durch Unterricht in der hebräischen Sxrachre, rvodurch wir sie besonders zum Verständnis der Bibel im Urtext und zur lebendiigen Teilnahme am Gottesdienst vringern; d) durch Unterricht in der jüdischen Geschichte; <j) durch Belehrungen apologetischen Jrrhalts, die sich wenden \. gegen andere Religionen, 2. gegen Nationalismus, 3. gegen Orthodoxie. L. Zur Vorbereitung der Forderung»« unter A und gezwungen durch die TakE unserer Gegner müssen wir mit unseren Bestrebungen beginnen bei der Schuljugend, a) hierzu bedürfen wir der Religionslehrer, unter denen wir also Gesinnungsgenossen suchen und werben müssen; d) der Religionsunterricht ist in allen Schurgattungen und auf allen Stufen im fortschrittlichen Sinne zu erteilen. - C. Auch unter den Eltern und den älteren Gemeindemitgliedern sind Freunde und All'» arbeiter zu werben . a) durch Heranziehung derselben zu unseren Veranstaltungen; d) durch Beeinflussung bei den Veranstaltungen anderer Organisationen. II. A.' wir stehen theoretisch auf dem Standpunkt, daß unsere Jugend für ihre köv» perliche Ertüchtigung in interkonfessionelle vereine eintreten soll, und daß gesellschaftliche Veranstaltungen nicht zur eigentliche« Aufgabe unserer Vereine gehören. Die Taktik unserer Gegner zwingt uns aber, zu fordern a) die Bildung von wander-, Ruder- und anderen Sportvereinen, zu denen schon die Schuljugend herauzuziehen ist; d) die pflege der Geselligkeit in unseren Vereinigungen, wobei besonders an Freitag- und Sederabende, Purim, Thamicka und Simchas Thora-Vergnügungen gedacht ist, c) hierzu sind auch die Eltern und älteren Gemeindemitglieder möglichst herartzw ziehen. III. Unser Interesse an der Gesamtpersönlichkeit unserer Mitglieder bekunden wir auch durch Teilnahme an der Berufsberatung der jüdischen Jugend.